Zur Situation der obdachlosen Refugee-Aktivisten in Berlin



Seit sechs Tagen hält eine Gruppe von Flüchtlingen das Dach ihrer letzten Unterkunft, ein ehemaliges Hostel, besetzt. Sie drohen sich vom Dach zu stürzen, wenn es zu einer Räumung kommen sollte. Derweilen haben die Behörden Strom und Wasser im Haus abgestellt. Die Versorgung der Dachbesetzer wird von der Polizei verhindert.
Zur Besetzung kam es, nachdem am Montag vergangene Woche die Flüchtlinge aufgefordert wurden am nächsten Tag ihre Unterkunft zu verlassen und in ihre Bundesländer zurückzukehren, da die Prüfungen ihrer Verfahren in Berlin abgeschloßen sein. Die individuellen Überprüfungen der Asylverfahren waren Teil des Agreements zwischen den AktivistInnen des O-Platzes und der besetzten Schule und dem Senat Berlin.

Erklärung der Dachbesetzer vom 27.8.
updates auf der Seite des Tagesspiegel
Flüchtlinge aus Sachsen-Anhalt bei den Protesten, Bericht des mdr

Überfall auf Bewohner im Lager Schönebeck

Laut eines Artikels in der MZ sind am Mittwochabend, dem 20.8.2014, Unbekannte in ein Asylbewerberheim in Schönebecker eingedrungen und haben die Auseinandersetzung mit syrischen Bewohnern gesucht. Dabei wurde ein Mann verletzt.
Quelle
Die Szene, wie sie die Polizei später anhand ihrer ersten Ermittlungen beschrieb, muss angsteinflößend gewirkt haben: Es war demnach später Mittwochabend, als am Asylbewerberheim in Schönebeck (Salzlandkreis) mehrere Autos mit zehn bis 15 Mann vorfuhren. Fünf der Unbekannten im geschätzten Alter zwischen 25 und 30 Jahren sollen dann trotz Wachdienst das Heim gestürmt und offenbar zielgerichtet drei Syrer gesucht haben. Bei der folgenden Auseinandersetzung sei einer der Bewohner gestürzt und habe sich Hautabschürfungen an der Hand zugezogen, teilten die Ermittler gestern mit.
(mehr…)

Selbstmord/Suicide im Lager Haldensleben

— English translation below — Version originale francophone à la suite —

Badra Ali Diarra von den Asylstrikern Berlin zum Selbstmord seines Freundes Amdi Mostafa im Lager von Haldensleben am 18. August 2014

“Gestern morgen ist mein Freund Amdi Mostafa mit einem Seil um den Hals von der Terrasse seines Gebäudes im Lager von Haldensleben gesprungen.
Ich glaube, dass der Druck der deutschen Regierung Schuld daran ist: Du darfst nicht raus, Du bist wie ein Gefangener. Und die Mehrheit der Menschen, die in dem Lager arbeiten, sind richtige Rassisten. Darunter leiden wir sehr.

Seit zwei Jahren sind Amdi und ich hier, aber wir haben keine Rechte. Wir haben uns im Lager von Halberstadt kennengelernt. Dann wurden wir zusammen nach Harbke verlagert. Das Lager in Harbke befindet sich mitten im Wald, 4 Km von Helmstett entfernt, und es fahren nur zwei Busse am Tag. In Harbke ist jemand gestorben, weil nicht für seine Gesundheit gesorgt wurde: Er war an einem Samstag krank. Wir haben die Menschen vom Sozial benachrichtigt. Aber sie haben uns gesagt, bis Montag zu warten. Am Sonntag Abend ist unser Freund gestorben. Und das ist nicht alles! In der darauffolgenden Woche wurde jemand in seinem Bett vom Strom verbrannt. Zum Glück konnte er gerettet werden. Dann habe ich beschlossen, dass nicht länger im Lager leben kann. Ich bin nach Berlin zum Oranienplatz gegangen. Als ich bereits am Oranienplatz lebte wurden wir von Harbke nach Haldensleben verlagert.
(mehr…)

Keine Abschiebung von Mohamed Camara – Spendenaufruf und Petition

Magdeburg, 19.08.2014

Seit vergangenem Donnerstag ist Mohamed Camara im Kirchenasyl in Wolgast, Mecklenburg-Vorpommern. Mohamed sollte am 14.08.2014 im Zuge einer sogenannten „Dublin-Überstellung“ in die
Niederlande abgeschoben werden. Von dort aus wird eine weitere Abschiebung nach Mali befürchtet.

Petition gegen die drohende Abschiebung von Mohamed Camara mitzeichnen
(mehr…)

Filmabend am 7.8. im VL in Halle

Letzter Termin der Filmreihe
mit dem Dokumentarfilm „Leben verboten“ um 19 Uhr im Infoladen Glimpflich, VL, Ludwigstr.37, Halle/Saale

Ein Film von Mathias Fiedler & Astrid Nave | 2013 | 30 Minuten | Dt

Der Film zeigt das Leben von geflüchteten Menschen in Deutschland – insbesondere in Bayern/Augsburg – und verdeutlicht dabei, wie schwierig es manchmal ist, den Versuch zu starten, elementare Rechte in Deutschland durchzusetzen. Der Wunsch nach positiver Veränderung der eigenen Lebensperspektive führt die Geflüchteten auch nach Berlin in den Bundestag und ins Sozialministerium. Dabei stoßen sie an die Grenzen der Gastfreundschaft eines Landes, das zur Fußball WM 2006 mit dem herzlichen Slogan “Die Welt zu Gast bei Freunden” Werbung machte.

plus Überraschungsfilm und Diskussion mit dem Filmemacher Mathias Fiedler und weiteren Gästen über Möglichkeiten und gemeinsame Perspektiven von Flüchtlingsselbstorganisation und antirassistischen Aktionsformen

mehr Infos über die ganze Filmreihe

Flüchtlingsfrauen werden laut!

Seit dem 14.Juli sind Women in Exile & Friends zusammen mit dem Musiker Hainz Ratz unterwegs auf einer gemeinsame Aktionstour und Flussfahrt. Mit mehreren Flößen werden sie von Nürnberg bis nach Berlin fahren. An vielen Orten wird Heinz Ratz mit Gastmusikerinnen und seiner Band Strom und Wasser Konzerte geben. alle Termine

In ihrem Aufruf schreiben die Women in Exile „Gefahrenvolle Reisewege, herum geschoben durch ganz Europa, untergebracht in Sammelunterkünften oft weit weg von jeder Infrastruktur, Gutscheine, Arbeitsverbote, ein alltäglicher Kampf um ausreichende medizinische Versorgung, immer gegenwärtig die Angst vor Abschiebung … und Sexismus, wie ihn jede Frau erlebt noch dazu … wir Flüchtlingsfrauen haben allen Grund laut zu werden und ein menschenwürdiges Leben einzufordern. Wir laden alle Flüchtlingsfrauen ein, mit uns zusammen laut zu werden!“ weiter lesen

mehr Infos zur Tour

Antiziganismus in Halle Silberhöhe



In der Silberhöhe (Halle/ Saale) wird in sozialen Netzwerken gegen Roma gehetzt.

Ein Audiobeitrag von Radio Corax -> anhören

„Seit der vergangenen Woche könnte man den Eindruck bekommen, in der Silberhöhe nähere man sich dem Ausnahmezustand. Im Internet verbreiten Rassisten Gerüchte über angebliche unhaltbare Zustände durch den Zuzug von Roma in das Viertel. Eine Facebook-Initiative hetzt gegen die Neubewohnerinnen aus Rumänien und Bulgarien, die seit einigen Wochen dort leben. Eine rassistische Petition hatte versucht die HWG unter Druck zu setzen und quasi mit der Gründung einer Bürgerwehr gedroht. Die Diskussionen im Forum der Online-Plattform Hallespektrum sprechen Bände.“
Ein Interview mit Henriette Quade über die Situation in der Silberhöhe. Sie ist die Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Flüchtlings- und Migrationspolitik der Partei Die Linke.

Presse
hallespektrum / mz 1 / mz 2
hallespektrum zu den Demos am 9.8.14 / MZ zu den Demos
mdr: Polizei: Roma machen Silberhöhe nicht unsicherer

Hintergrundinfos
Gutachten: Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (18)