Archiv für Februar 2013

Spendenaufruf

Gerne würden wir den Freunden auch Geld zurück geben, die Osman Tigani am 21.2.13 beim Polizeirevier Bitterfeld finanziell unterstützt haben.
Sie haben 1500 Euro bezahlt für die Freilassung von Osman. Wir fordern alle auch weiterhin auf uns durch die Fax- Kampagne zu unterstützen.

Spendenkonto
Verwendungszwecks:für Osman Tigani
Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V.
Sparda Bank Berlin
Kontonummer: 8446270
BLZ: 120 96597

Kundgebung am 21.02.2013 in Bitterfeld

Am Donnerstag der 21.02.2013 haben antirassistische Menschen und das Antirassistische Netzwerk Sachsen-Anhalt vor der Ausländerbehörde in Bitterfeld gegen die deutsche Asylpolitik und die Abschiebung von Flüchtlingen protestiert.
Ungefähr 10 Personen hielten sich vor der Ausländerbehörde seit früh um 7 Uhr auf. Sie informierten mit Flugblätter die Passanten und Angestellten der Behörde über die tödlichen Folgen deutscher Asyl und Abschiebepolitik.Einige Passanten sprachen ihren Zuspruch für die Aktion aus.
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Arbeitsgruppe „Aufenthaltsbeendigung“ angekündigt

Ende Februar soll sich diese unter Beteiligung der Caritas, des Ausländerbeauftragten und
des Integrationsbeirats zum ersten Mal treffen. Das Ziel der Arbeitsgruppe soll die “bessere” Vorbereitung und Betreuung bei Abschiebevorgängen sein.
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Fax Kampagne für Osman Tigani

Fax Kampagne

Interview mit OSMAN TIGANI

Was ist letzte Woche in der Ausländerbehörde passiert?
Ich bin hingegangen, um meine Duldung zu verlängern. Mir wurde gesagt: „Warte kurz, der Computer ist kaputt, ich muss in ein anderes Zimmer gehen.“ Ich wartete da, und nach ungefähr 10 Minuten kamen Polizisten, die mich festhielten und mir sagten: „Du mußt zurück in den Sudan gehen.“ Sie fragten, ob ich vor vier Wochen einen Abschiebebescheid bekommen hatte. Ich antwortete „Nein“. Sie sagten mir noch, dass der Flug am 8.2. schon gebucht sei.

Gab es jemals zuvor einen Versuch dich abzuschieben?
Nein, aber vor drei Monaten brachte die Ausländerbehörde mich zur Botschaftsanhörung, dort waren auch zwei Beamte das Bundesamtes, die meine Papiere mitbrachten, aus denen die Staatsangehörigkeit hervorgeht.
Und vor einem Monat habe ich einen Brief bekommen, der mich zur „freiwilligen Ausreise“ aufforderte.
Mir wurde später auch gesagt, dass sie mir keinen Abschiebebescheid geschickt hatten, damit ich nicht „verschwinden“ könne.
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Offener Brief an die Bürgermeisterin von Vockerode

Sehr geehrte Frau Luckmann,
mit Sorge haben wir die jüngsten Entwicklungen um die Frage der Unterbringung von Flüchtlingen in Vockerode verfolgt.
Angefangen bei der Petition der Flüchtlingsinitiative Wittenberg vom Dezember 2012, in welcher wiederholt eine dezentrale Unterbringung gefordert wurde, blieb es beim leeren Versprechen des Landkreises Wittenberg eine solche zu ermöglichen.
Am Tage des Zwangsumzugs, wurden Bürger_innen vereinzelt nach ihren Meinungen gefragt. Diese enthielten von vornherein diverse Vorurteile gegen Flüchtlinge. Wie Sie selbstverständlich wissen, verteilten die NPD- Kreisverbände Wittenberg und Anhalt- Bitterfeld am
10 Januar Flyer, um über ihr menschenverachtendes Weltbild zu informieren. Wie auch in ihren Wahlkämpfen gingen sie unverblümt auf ihre „Lösung des Problems“ ein. (mehr…)

Stellungnahme zur Diskriminierung

Am 31. Januar 2013 haben die Flüchtlinge Herrn Keischke, Sozialamt Wittenberg, gefragt, warum es „weißen“ Flüchtlingen erlaubt wurde von Vockerode nach Wittenberg und Annaburg zu ziehen, und „Schwarzen“ nicht. Er antwortete, dass der Vermieter der Wohnungen „keine Schwarzen“ wolle. Er fügte hinzu, dass der Kreistag dem Umzug dieser Personen zugestimmt hat. Wir wenden uns gegen diese Diskriminierung und den Rassismus. Wir fordern vom Landkreis Wittenberg die Gleichbehandlung aller Menschen.
Wir kritisieren die Position der verantwortlichen Autoritäten des Landkreises, die vorhaben ein großes Lager in Vockerode zu errichten, mit einer Konzentration von People of Colour. Wir weisen eine Ghettoisierung zurück.
Stop Diskriminierung!
Stop Rassismus!
Ein Ende dem Lagersystem!

Dramane Toure
Flüchtlingsinitiative Wittenberg

Zur versuchten Abschiebung in Magdeburg

Die Flüchtlingsinitiative Wittenberg unterstützt die armenische Familie, die von der Ausländerbehörde ohne vorherigen Bescheid abgeschoben werden sollte. Die armenische Familie wurde frühmorgens von Polizei, Ordnungsamt und Ausländerbehörde aus dem
Schlaf gerissen, was alle Flüchtlinge anprangern. Wir denken, dass die Ausländerbehörde oftmals ihre Macht exzessiv ausnutzt und missbraucht. Alle Flüchtlinge leben tagtäglich mit dieser Bedrohung. Wir fordern die PolitikerInnen auf, solche Dramen nicht erst abzuwarten um zu reagieren. Die Flüchtlinge leben oft jahrelang in Angst und seelischen Qualen verursacht durch den Druck der
Ausländerbehörden. In Anbetracht der Entwicklung der Welt denken wir, dass es an der Zeit ist, auch die Gesetze weiter zu entwickeln. Wir leben über Jahre hinweg in Verzweiflung und Perspektivlosigkeit.
Viele Flüchtlinge haben nach 10 oder 15 Jahren in diesem Land gelernt unter den deutschen Behörden zu leben. Trotzdem finden sie sich eines Tages abgeschoben in einem ihn fremden Land, in dem sie keine freundschaftlichen oder familiären Beziehungen mehr haben. So sind sie zu Fremden in ihrem eigenen Land geworden.
Davon abgesehen, dass viele zu Opfern politischer Repression oder familiärer Ausgrenzung werden.
Dramane Toure
Flüchtlingsinitiative Wittenberg

Refugees in Bitterfeld ( Friedersdorf-Marke) demand for the total closure of the „Made in Germany Lager System“ of Friedesdorf and Marke.

We demand for the total closure of the „Made in Germany Lager System“ of Friedesdorf and Marke.

We denounce vigorously the „autocracy“ and „Diktat“ of the Foreign Office, which recall us the neo-colonial era, which remains etched in our memories.

We refugees are better than nothing, they downgraded us to the „Second class“
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Flüchtlingsfrauenkonferenz Aufrufe

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Abschiebeversuch in Magdeburg

Am 30. Januar um 6 Uhr früh drangen Polizei, Ordnungsamt und Ausländerbehörde in eine Wohnung im Flüchtlingslager in Magdeburg ein. Ohne vorherigen Abschiebebescheid befahlen sie der sechsköpfigen Familie sofort die Sachen zu packen. Die Frau schluckte Tabletten und brach zusammen. Eine Nachbarin aus dem darunterliegenden Stockwerk wurde daran gehindert, der Familie beizustehen und von Polizisten weggeschubst.
Dem Vater der Familie untersagte man zu telefonieren. Dann wurden er und seine vier Kinder nach Berlin gefahren, um von dort nach Armenien abgeschoben zu werden. Und das, obwohl der Mann einen russischen Pass besitzt, der der Ausländerbehörde auch
vorliegt. Auf der Fahrt zu Flughafen musste der Mann Hand- und Fußfesseln tragen. Als er sagte, er wolle nicht, daß seine Kinder ihn so sehen, entgegnete ein Polizist: „Egal, du bist doch Ausländer.“
Die Frau, die inzwischen ins Krankenhaus gebracht wurde, versuchte sich mit einer Schere die Pulsadern aufzuschneiden, nachdem die Polizei ihr sagte, daß sie ihre Familie nie wieder sehen würde.
Die Familie war inzwischen schon am Flughafen Schönefeld angekommen. Nur durch den Anruf ihres Anwalts wurde die Abschiebung abgebrochen, nachdem sogar die Tickets schon gekauft waren.

Wir verurteilen Ausländerbehörden im Gesamten und die Praxis vergangene Woche im Speziellen.

Stop Abschiebungen! Bleiberecht für alle Menschen!

Bürgerinitiative gründet sich in Vockerode, NPD biedert sich an

Am Freitag, 25.1.2013, gründet sich eine Bürgerinitiative, um das „neue Problem“ in Vockerode zu lösen. Von der NPD wird sich zwar distanziert, aber viele Meinungen decken sich.

Am 27.12.2012 wurde offiziell das Lager Möhlau geschlossen. Es folgte ein Zwangsumzug aller dort lebenden Menschen in das neue Lager Vockerode. *1
Im Vorfeld war den Flüchtlingen aus Möhlau klar, dass das Versprechen des Landkreises Wittenberg auf eine dezentrale Unterbringung in Vockerode nicht eingelöst werden würde. Die Flüchtlingsinitiative Wittenberg forderte daher in einer Petition dezentrale Unterbringung und sprach sich gegen die diskriminierenden Sondergesetze aus, welche das Leben Geflüchteter Menschen in Deutschland unerträglich machen. So heißt es: „Nach der Schließung des Wohnheims Möhlau im Landkreis Wittenberg möchten wir nicht in einem Ort leben, der von seiner Verkehrsanbindung und seinen Einkaufsmöglichkeiten noch schlechter ist. Abgesehen von den infrastrukturellen Nachteilen in Vockerode, verlangen wir von den Behörden ihr Versprechen der dezentralen Unterbringung endlich einzulösen. Wir, Flüchtlinge aus Möhlau (Landkreis Wittenberg ), wollen nicht unter solchen Bedingungen leben, die zwangsläufig psychische Probleme, Gewaltausbrüche und Kriminalität fördern.“ *2.
Allein die Tatsache, dass nun 170 Flüchtlinge nach Vockerode ziehen mussten, heizte die ohnehin verbreitete Anti-Stimmung gegen Flüchtlinge an. Am Tage des Umzuges wurden die an Fenster und Balkonen gaffenden Bürger_innen vereinzelt nach ihren Meinungen gefragt. Diese lassen sich als nichts anderes als rassistische Äußerungen zusammenfassen.
Am nächsten Tag versuchte sich ein Mann aus Somalia das Leben zu nehmen, nachdem er seinen Abschiebebescheid bekam, um gegen die Ausweglosigkeit seiner Lage zu protestieren.
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