Archiv für Mai 2013

Die rassistische Bedrohung in Vockerode

Wir möchten Politik und Behörden im Landkreis Wittenberg hiermit erneut auf die von Rechtsextremisten ausgehende Bedrohung für die Flüchtlinge in Vockerode aufmerksam machen.
Innerhalb von weniger als drei Monaten gab es drei Übergriffe auf uns, die von Rechtsextremisten ausgingen.
Abgesehen von diesen direkten Angriffen hat die NPD am 25. Mai 2013 bereits zum zweiten Mal eine Kundgebung gegen die Anwesenheit der Flüchtlinge in dieser Gemeinde durchgeführt. Angesichts der Entschlossenheit der Rechtsextremisten sehen wir mit großer Sorge auf die Entwicklungen im Landkreis Wittenberg und das offene Zutagetreten von Rassismus und Extremismus.
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Demonstration am 3.6. in Eisenhüttenstadt nach Suizid und erzwungener Abtreibung im Erstaufnahme- und Abschiebelager

In Eisenhüttenstadt hat sich gestern ein Flüchtling das Leben genommen. Juma (25) kam aus dem Tschad, über Italien nach Deutschland. In dem Lager in Eisenhüttenstadt lebte er seit 2 Monaten. Im Lager in Eisenhüttenstadt erhielt er wie die anderen auch keine Beratung über sein Asylverfahren und keine medizinische und psychologische Versorgung. Morgen hätte er nach Italien abgeschoben werden sollen, Ein sog. Dublin-II-Fall. Juma sah offenbar angesichts der noch viel schlimmeren Bedingungen für Flüchtlinge in Italien und einer möglichen weiteren Abschiebung in den Tschad keinen anderen Ausweg als den Freitod gesehen.

Das Lager fungiert als Erstaufnahme- und Abschiebelager in Brandenburg. Neben den grundsätzlich unmenschlichen Bedingungen in diesem Isolationslager wurde am Wochenende zudem ein Fall einer erzwungenen Abtreibung bekannt, um die betreffende Frau plus Familie abschieben zu können.
Für den kommenden Montag rufen Flüchtlinge aus dem Lager und antirassistische Gruppen aus Berlin zu einer Demo zum Gedenken an Juma und gegen das Lager in Eisenhüttenstadt auf.

Anreise für die Demo am 3.6. aus Berlin: Montag, 13:00 Uhr, Ostbahnhof, Gleis 2

Demostart: Mo. 03.06.2013 16:00 Uhr / vor der Ausländerbehörde (Poststraße 72)

Hier findet ihr den AUFRUF: link

KURZE GESCHICHTE DER FLÜCHTLINGSPROTESTE IN FRIEDERSDORF und Offener Brief an die politisch Verantwortlichen des Flüchtlingslagers Friedersdorf

„Freiheit ist ein Recht für alle Menschen. Isolation macht unsere Köpfe kaputt. Kein Mensch ist illegal.“
(Transparent/Flüchtlingslager Friedersdorf – 30. April 2013)

Die Proteste starteten bereits im Herbst 2012. Auftakt war eine insbesondere von der „Flüchtlingsinitiative Wittenberg“ (heute: „Flüchtlingsbewegung Sachsen-Anhalt“) zusammen mit den BewohnerInnen der Flüchtlingslager Friedersdorf und Marke organisierte Demonstration in der Bitterfelder Innenstadt. Die Kritik richtete sich zum einen gegen den baufälligen Zustand der beiden Gemeinschaftsunterkünfte, zum anderen gegen deren isolierte Lage. Denn diese würde zusammen mit Abschiebeandrohungen,
Arbeitsverboten, Aufenthaltsbeschränkungen durch die Residenzpflicht und weiteren Diskriminierungen zu ihrer persönlichen „Zerrüttung und Traumatisierung“ beitragen, so die BewohnerInnen in einer damals veröffentlichten Erklärung. Gefordert wurde stattdessen die sofortige Schließung der Lager und eine dezentrale Unterbringung in privaten und zudem städtisch gelegenen Wohnungen.
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Wieder Angriffe durch Nazis auf Flüchtlinge in Vockerode

Am Donnerstag, den 9. Mai 2013, kamen um 2:14 Uhr vier Neonazis ins Flüchtlingslager in Vockerode und beschimpften die Bewohner mit Begriffen wie „Arschloch“ und „Fuck you“. Sie klingelten willkürlich an den Türen, um die Flüchtlinge zum Herauskommen zu bewegen, aber niemand wollte ihnen öffnen, um eine ernsthafte Eskalation mit den Rechtsextremisten zu vermeiden.
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Osman Tigani: erneute Abschiebeandrohung

Pressemitteilung:13.05.2013 vom Antirassistischem Netzwerk Sachsen-Anhalt
Der Landkreis Bitterfeld stand aktuell durch vermehrten Protesten von Flüchtlingen der Gemeinschaftsunterkunft Friedersdorf und der bisher ungeklärten Todesursache von Cosmo Saizon in öffentlicher Kritik. Doch nicht nur die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen, sondern auch die Abschiebepraxis der Ausländerbehörde Bitterfeld lässt aktuellen Anlass diese Kritik zu verstärken.
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Erneuter Todesfall eines Flüchtlings durch mangelhafte Gesundheitsversorgung

Am 25.04.13 verstarb Cosmo Saizon im Krankenhaus Bitterfeld, nachdem seine gesundheitlichen Beschwerden zunächst nicht ernst genommen wurden.

Cosmo Saizon flüchtete aus Benin und befand sich seit September 2012 in der ZAST Halberstadt. Nach dem Aufenthalt in der ZAST bekam er seinen Transfer in die abgelegene Gemeinschaftsunterkunft in Friedersdorf. Über die desolaten Zustände in der Gemeinschaftsunterkunft in Friedersdorf und den Protest der Bewohner_innen gegen die Heimleitung wurde bereits gestern, am 30.04.2013 in der MZ berichtet. Der Todesfall von Cosmo Saizon verdeutlicht, dass die Gesundheit der Bewohner_innen dort erheblich gefährdet ist.
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Protest im Flüchtlingslager Friedersdorf bei Bitterfeld


Am 30.04.2013 blockierten ca. 100 Flüchtlinge das Flüchtlingslager Friedersdorf um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, dass der Heimleiter seiner Arbeitsstelle enthoben wird und das Flüchtlingslager aufgelöst wird.
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