Protest im Flüchtlingslager Friedersdorf bei Bitterfeld


Am 30.04.2013 blockierten ca. 100 Flüchtlinge das Flüchtlingslager Friedersdorf um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, dass der Heimleiter seiner Arbeitsstelle enthoben wird und das Flüchtlingslager aufgelöst wird.

Mit Baumstämmen blockierten sie ab 5:00uhr Frühs die Zufahrt zum Lager. Keine_r der Angestellten wurde auf das Gelände gelassen. Der Hausmeister der sich zu dieser Zeit auf dem Gelände befand wurde rausgelassen. Zwei Putzfrauen, der Hausmeister der Frühschicht und der Heimleiter wurden nicht auf das Gelände gelassen. Nach einiger Zeit kamen Polizeiwagen um mit den Flüchtlingen zu verhandeln. Die Bewohner des Lagers forderten, dass die zuständigen Menschen aus der Politik und die Besitzerin des Geländes kommen sollten um die Gespräche zu führen. Die Polizei zog sich daraufhin zurück. Die Stimmung der ca. 100 Flüchtlinge war gut, obwohl das Wetter nicht unbedingt sommerlich war.
Nach langem Warten kam dann die Besitzerin des Geländes Ingrid Krumrey, der Leiter der Ausländerbehörde und der Leiter des Sozialamtes Martin Kriebisch, um mit den Menschen zu verhandeln.
Die Menschen fordern, dass der Heimleiter entlassen wird, ihm wird vorgeworfen, dass er die Flüchtlinge rassistisch beleidigt und ihnen ihre Post vorenthält. Menschen welche einen Bescheid über die Ablehnung ihres Antrages auf Asyl haben, bekommen ihren Brief mit dem Bescheid erst einen Monat nachdem der Brief in Friedersdorf bei dem Heimleiter eingegangen ist, somit ist ihre Frist einen Wiederspruch einzulegen vorbei. Mit diesem Verhalten bringt der Heimleiter die Menschen in Lebensgefahr. Da einige der Menschen nach ihrer Abschiebung mit dem Tod zu rechnen haben, bedeutet ein Versäumnis von Fristen auf ihren Asylantrag höchste Gefahr.
Außerdem bestehen die Flüchtlinge weiterhin darauf, dass das Lager geschlossen werden muss, da die Unterbringung und Lebensumstände weiterhin menschenunwürdig sind. Sie fordern die dezentrale Unterbringung in Wohnungen.
Es wurde sich auf Verhandlungen mit den Zuständigen Behörden und Menschen geeinigt. Die Flüchtlinge setzten eine Frist von vier Wochen, innerhalb dieser Frist muss der Heimleiter ausgetauscht werden. Wenn das nicht geschieht werden sie weiter protestieren.
Ab ca. halb 11uhr war dann der Zugang zum Lager wieder von den Flüchtlingen freigegeben.

Bei all diesen Forderungen unterstützen wir, das Antirassistische Netzwerk Sachsen-Anhalt, die Flüchtlinge aus vollem Herzen.
Wir fordern das sofortige Absetzen des Heimleiters, die Abschaffung der menschenunwürdigen Lebensumstände und eine dezentrale Unterbringung für Flüchtlinge im Landkreis Bitterfeld und in der gesamten BRD.
Kein Mensch ist illegal!