Archiv für Juli 2013

Text eines Flüchtlings aus Marke, im Bezug zur Demonstration in Bitterfeld

Sehr geehrte Damen und Herren,

als erstes möchte ich darauf aufmerksam machen, das die geplante Demonstration am 01.08.13 eine angekündigte friedliche Demonstration sein wird. Wir wollen darauf aufmerksam machen, wie die Lebensbedingungen für uns hier im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind. Die Gesetze, die die Ausländerbehörde für die Flüchtlinge macht, verstoßen gegen die Menschenrechte.

1. Seit 2012 gibt es ein neues Gesetz, das besagt, das alle Flüchtlinge 321,00 Euro Sozialhilfe im Monat erhalten.

2. Aber die Ausländerbehörde in Bitterfeld hält sich nicht an dieses Gesetz und bezahlt weiterhin nur 184,00 Euro pro Monat.

3. Niemand kann davon leben.

4. In dem Asylheim in Marke herrschen katastrophale und Menschenunwürdige Zustände. Ein Beispiel sind die sanitären Anlagen.

5. Alle die dort lebenden Flüchtlinge müssen sich eine Toilette teilen. Die Zustände dort sind unzumutbar.

6. Die Menschen leben da wie die Tiere.

7. Alle Menschen sollten gleich behandelt werden, egal woher sie kommen.

8. Wir wollen mit dieser Demonstration die Verantwortlichen in Bitterfeld erreichen, mit dem Ziel, dass dort entsprechend reagiert wird bzw. das sich diejenigen mit der Ausländerbehörde in Verbindung setzen und der Behörde mitteilen, dass es lebensgefährlich ist, unter diesen Umständen in dem Asylheim in Bitterfeld zu leben.

Mit freundlichen Grüßen

Kontakt in Marke
Moussa Amadou,
Tel..017271054653

Refugee Demonstration in Bitterfeld

Wir Flüchtlinge im Landkreis Bitterfeld werden gezwungen in isolierten Lagern zu wohnen, die mitten im Wald, fernab von Einkaufmöglichkeiten, Ärzten und sonstigen Orten gesellschaftlichen Lebens liegen. Die Situation in den Lagern ist sehr schlecht. Die Zimmer sind klein und überbelegt. Die Küchengeräte, Toiletten und Bäder sind kaputt oder zu wenige. Die Heimleiter der Lager im Landkreis Bitterfeld kontrollieren und bedrohen uns. Sie missachten unsere Privatsphäre.

Uns ist es durch die sogenannte „Residenzpflicht“ untersagt, Sachsen-Anhalt zu verlassen. Unsere Bewegungsfreiheit ist damit massiv eingeschränkt. Durch rassistische Polizeikontrollen werden wir immer wieder schikaniert.

Wir dürfen, obwohl wir bereits mehrere Jahre in Deutschland sind und arbeiten wollen, nicht arbeiten und keine Ausbildung anfangen. Wir wollen uns und unsere Familien selbst ernähren und unterstützen.

Deshalb sagen wir, die Flüchtlingsbewegung Sachsen-Anhalt: „Genug ist Genug!“
hört auf unser Leben zu zerstören

Wir organisieren eine Demonstration für den 1.August 2013 in Bitterfeld. Beginn der Demonstration ist um 10:30 Uhr am Bahnhof.

Unsere Forderungen sind:
Lager abschaffen!
Residenzpflicht abschaffen!
Rassistische Polizeikontrollen stoppen!
Arbeitserlaubnisse verteilen!
Stoppt Abschiebungen
Bleiberecht für Alle

Unterstützt unseren Kampf für die Rechte von Flüchtlingen!

Für mehr Informationen siehe:
KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und Migrantinnen Wittenberg, Sachsen Anhalt.
Flüchtlingsbewegung Sachsen Anhalt
The Voice Refugee Forum Wittenberg, Sachsen Anhalt
Tel: +4917699321843
E-mail: fluchtmohlau@googlemail.com, fluchtlingsbewegungsa@hotmail.de
http:refugeeinitiativewittenberg.blogspot.com, www.thecaravan.org, www.thevoiceforum.org
www.antiranetlsa.blogsport.de

Bankverbindung:  Förderverein Karawane e.V.
Kontonummer: 4030780800
Bankleitzahl: 43060967
GLS Gemeinschaftsbank eG 
(mehr…)

Bericht zu den Antirassistischen Aktionstagen

Vom 10. bis zum 21. Mai 2013 fanden im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Rassismus tötet!“ in Magdeburg, Gräfenhainichen, Bitterfeld, Halberstadt und Halle verschiedenste Aktionen und Veranstaltungen statt. Aufgerufen zu den Aktionstagen hatte die Flüchtlingsbewegung Sachsen Anhalt und das Réfugié Comité Wittenberg gemeinsam mit dem Antirassistischen Netzwerk Sachsen-Anhalt. Hauptanliegen des Netzwerkes ist es, das Thema Rassismus und die damit verbundenen Auswirkungen für die Betroffenen über die jeweiligen lokalen Grenzen hinaus in die Öffentlichkeit zu tragen und gemeinsam und solidarisch mit Flüchtlingen und Flüchtlingsinitiativen für gleiche Rechte für alle zu kämpfen.

20 Jahre nach Abschaffung des Grundrechts auf Asyl

Im Mittelpunkt der Aktionswoche standen die aktuellen Lebens- und Wohnrealitäten von Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt. Besonderes Augenmerk lag auf den Auswirkungen eines institutionalisierten Rassismus auf den Alltag von Menschen im Asylverfahren
bzw. mit einer Duldung. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Aktionstage war die Stärkung der Selbstorganisierung und Vernetzung

der ganze Bericht plus bilder als pdf