Archiv für November 2014

Solidarität mit Familie Rexha


Spendenaufruf vom medinetz Halle und no lager halle
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Dorela und Mirsad Rexha leben mit ihren beiden Kinder Enis (5) und Agnesa (1) seit 2012 in Deutschland. Jetzt soll die ganze Familie abgeschoben werden. Frau Rexha wird die Behandlung einer schwerwiegenden Hüfterkrankung vom Sozialamt verweigert, die Familie ist deshalb auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um eine Operation und Anwaltskosten bezahlen zu können.

Familie Rexha floh 2012 aus Albanien nach Deutschland, Herr Rexha war dort mit Morddrohungen aufgrund einer Familienfehde konfrontiert. Heute leben sie in Annaburg und die Familie fühlt sich dort wohl. Von Sozialamt und Ausländerbehörde werden der Familie allerdings Steine in den Weg gelegt. Herr Rexha durfte mehrere Arbeitsangebote nicht annehmen, Frau Rexha wurde die Behandlung Ihrer Hüftschädigung verweigert und Anfang Juli ist der gemeinsame Asylantrag abgelehnt worden.
Frau Rexha leidet seit Kindesalter an einer Verletzung der Hüfte, die sich seit diesem Sommer stark verschlimmert hat.. Da die aufwändige Operation in Albanien nicht durchgeführt werden konnte, muss Frau Rexha mit der Verletzung leben. Die ständige Fehlbelastung hat zur Zerstörung ihres Hüftgelenks geführt. Aktuell kann sie nur noch mit Gehstützen und Schmerztabletten laufen. Das Sozialamt verweigert ihr die dringend nötige Operation, trotz eindeutiger Empfehlung aus der Uniklinik Halle.

No lager halle und das Medinetz Halle/Saale e.V. bitten um Ihre Unterstützung! Ihr Spende kann die Familie bei der Finanzierung von Operation und Anwaltskosten unterstützen. Die Operation und die nötige Reha-Behandlung werden etwa 50′000 Euro kosten.

Bitte spenden Sie auf folgendes Konto:
Medinetz Halle/Saale e.V.
Kontonummer: 1894042405
IBAN: DE 65 8005 3762 1894 042405
Saalesparkasse
BLZ: 80053762
BIC: NOLADE21HAL

Spendenquittungen auf Anfrage

Nachgeschaut: Ein Beitrag zu den angeblichen Willkommensbehörden

Ausländerbehörden in Deutschland: Von wegen willkommen! Ein Beitrag der Sendung Monitor vom WDR/ARD, vom 20.11.2014

MD: Rassist_innen und Nazis Hand in Hand bei Bürger_innenversammlung in Olvenstedt



Eine Pressemitteilung und Einschätzung zum 19.11.14 vom Arbeitskreis Antirassismus Magdeburg
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Bei der Bürger_innenversammlung im Magdeburger Stadtteil Olvenstedt am 19. November 2014 zeigten Anwohnende, was sie von Geflüchteten in „ihrem Stadtteil“ halten. Hier konnte man ein Zusammenspiel von Neonazis und einigen Anwohner_innen beobachten, deren offen rassistischen Statements einer ganzen Stunde lang eine Bühne geboten wurde . Die Meinungen von möglichen Befürwortenden der Geflüchtetenunterkunft, wurden lauthals übertönt.

Was ist passiert?

Im Stadtteil Olvenstedt soll es ab Februar 2015 Wohnraum für rund 150 Geflüchtete am Bruno-Traut-Ring geben. Vordergründig um mehr über diese Thematik zu erfahren und um ihre Meinungen zu äußern, folgten 160 Menschen der Einladung des Oberbürgermeisters Lutz Trümper und versammelten sich in der überfüllten Grundschule am Grenzweg. Eine Aktivistin vom Arbeitskreis Antirassismus beschreibt die Stimmung im Saal der Grundschule als „aufgeheizt und offen rassistisch, antiziganistisch und islamfeindlich.“ Man musste nicht lange warten, bis aus dem Publikum Fragen und Anmerkungen geäußert wurden, die offen Ablehnung, Hass und direkte Gewaltandrohungen zeigten. Ab und an wurden sie mit jeder Menge Applaus in einer „endlich spricht es mal jemand aus“-Manier gewürdigt. Schnell wurde deutlich: Wenn das Projekt durchgeführt wird, wird man sich „wehren“.
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Praktische Solidarisierung mit den Roma-Familien in der Silberhöhe

Spendenaufruf der Mobile Opferberatung und des Bündnis „Halle gegen Rechts“
Quelle

Seit Juli diesen Jahres nimmt im halleschen Stadtteil Silberhöhe die rassistische und antiziganistische Hetze von Anwohner_innen gegen zugezogene Familien aus Rumänien, die überwiegend der Minderheit der Roma angehören, zu. Ob auf Facebook, auf der Straße oder beim Einkaufen – alltäglich wird den Roma mit rassistischen Beleidigungen, Ablehnung und Vorurteilen begegnet.

Es hat sich eine sogenannte Bürgerwehr gegründet, die laut Selbstauskunft für “Ruhe und Ordnung” sorgen will. Ein bereits angekündigter „Rundgang“ im September konnte durch eine Kundgebung, zu der das Bündnis „Halle gegen Rechts“ aufgerufen hatte, verhindert werden. Das Klima der Angst ist jedoch geblieben.

Der rassistischen Hetze folgten Gewalt, Sachbeschädigung und Brandstiftung: Am 11. September wurden eine rumänische Frau und ihr zweijähriger Sohn von Kindern attackiert. Die 10- bis 13- Jährigen bespuckten und beschimpften die Mutter und schlugen dem Zweijährigen mit einem Lineal ins Gesicht. Am 29. Oktober wurde ein zehnjähriges Schwarzes Mädchen auf einem Spielplatz rassistisch beleidigt und von mehreren Kindern derart geschlagen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste. Am Abend des 4. November geriet auf einem Parkplatz ein Kleintransporter in Brand, der einem Roma gehört und dort bereits längere Zeit stand. An dem Fahrzeug befanden sich auch ca. zwei Monate alte rassistische Schmierereien. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Viele Roma haben mittlerweile Angst um ihre Fahrzeuge. Bereits am 1. November, musste ein Mann feststellen, dass sämtliche Scheiben seines Kleintransporters eingeschlagen wurden. „Wir vermuten, dass die Fahrzeuge gezielt angegriffenen wurden, um den Roma zu schaden und sie aus dem Stadtgebiet zu vertreiben“, so eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung. Der Betroffene des entglasten Transporters – ein junger Familienvater – benötigt diesen dringend für seine berufliche Existenz. Für die Kosten der Sicherstellung durch die Polizei und die Reparatur des Fahrzeugs von insgesamt ca. 1.300 Euro müsste er alleine aufkommen, was er sich nicht leisten kann.

Um das Fahrzeug schnellstmöglich wieder einsatzfähig zu machen, bitten wir um Spenden.
„Die Betroffenen nicht alleine zu lassen und mit praktischer Solidarität zu unterstützen, heißt auch den Tätern und ihren rassistischen Motiven Grenzen zu setzen“, erklärt ein Sprecher des Bündnisses Halle gegen Rechts. Sollten mehr als die zur Behebung des Schadens benötigten Spenden eingehen, werden diese zur Unterstützung weiterer Betroffener rassistischer und antiziganistischer Gewalt in Halle (Saale) und Sachsen-Anhalt genutzt.

Halle (Saale),17.11.2014

Spendenkonto Opferfonds:
Miteinander e.V.
Bank für Sozialwirtschaft Magdeburg
IBAN: DE84 8102 0500 0008 4734 01
SWIFT / BIC: BFSWDE33MAG
Verwendungszweck: Silberhöhe

Über den Eingang Ihrer Spenden erhalten Sie auf Wunsch gerne eine Spendenbescheinigung. Bei Rückfragen können Sie sich gerne an die Mobile Opferberatung unter der Tel. 0345/2267100 wenden.

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Zum nachlesen: eine Chronik der Ereignisse rund um die Silberhöhe gibts HIER

Weissenfels: Nazis und Rassisten blockieren

Neonazis haben unter dem Motto: „Wir wollen leben – Zukunft statt EU Wahn“ für Montag, den 15.12.2014 in Weissenfels eine Demo angemeldet. Der Treffpunkt der Nazis ist laut Anmeldung 12 Uhr Bahnhofsvorplatz Weissenfels. (bis 18 Uhr)

Angemeldet haben Freie Kräfte. Die Nazidemo läuft damit wieder unter der gleichnamigen Kampagne, welche vom Thüringer Neonazi Michael Fischer und seiner „Aktionsgruppe Weimarer Land“ im Oktober 2011 ins Leben gerufen wurde. Nachdem diese zuvor Aufmärsche in Weimar, Erfurt, Arnstadt und Hildburghausen angemeldet und mit starken Bullenschutz durchgeführt haben, wollen sie jetzt in Weißenfels (Sachsen Anhalt) ihre Menschenverachtende Propaganda verbreiten.

Wir rufen alle Antifaschist_innen und Antirassist_innen dazu auf sich gemeinsam den Nazis in den Weg zu stellen. Kommt alle am Samstag nach Weißenfels! Keinen Meter den Nazis! Den Naziaufmarsch blockieren!

zu Gegenveranstaltungen ruft u.a. das Weissenfelser Bündnis für Toleranz auf. Siehe HIER

Das nächste unsägliche Treffen der nationalverblendeten Ewiggestrigen findet einmal mehr im Januar in Magdeburg statt. und zwar am 17.01.2015. mehr infos dazu hier und hier

Rassistischer Angriff auf ein Mädchen in Halle-Silberhöhe

Stellungnahme des Antirassistischen Netzwerks Sachsen-Anhalt und von no lager halle


Die Stellungnahme als pdf lesen

Am Mittwoch, 29. Oktober wurde ein 10-jähriges Mädchen auf einem Spielplatz in Halle-Silberhöhe von sieben bis acht Kindern rassistisch beleidigt, geschlagen und getreten. Das Mädchen musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

Die Medien, die darüber berichteten (MZ, MDR, Halle-Spektrum*), schreiben von einem „Streit“ der „eskalierte“, von einer „Rangelei“. Der von Kindern ausgeübte rassistische Angriff wird dadurch normalisiert, er scheint als ein unter Kindern eben vorkommender Streit, es wird suggeriert, dass beide Seiten in den Streit verwickelt waren.

Wie kommt es, dass mehrere Kinder aus rassistischen Motiven ein Kind beleidigen und verprügeln? Ist ein „ausländisches Aussehen“ (MZ) Grund genug? Was bringt Kinder dazu, einem anderen Kind rassistische Gewalt anzutun? Ist Gewalt etwa ein typisch kindliches Verhalten? Kinder streiten sich, sie rangeln, aber dass eine Gruppe von Kindern sich zusammenschließen, um ein einzelnes Kind gefährlich zu verletzen darf nicht als normale Streiterei abgetan werden. Zumal, wenn die Tat erschreckende Paraellen zu den menschenverachtenden Anfeindungen der Erwachsenen aufweist. Deshalb gilt es darüber nachzudenken: In was für einer Gesellschaft leben wir, in der so etwas passiert?

Dieser rassistische Angriff hat eine Vorgeschichte. Seit Monaten ist bekannt, dass BewohnerInnen der Silberhöhe gegen (tatsächliche oder imaginierte) Sinti und Roma hetzen und ihre Gewaltdrohungen in die Tat umsetzen. So wurde im September eine Frau rassistisch beschimpft, bespuckt und ihr zweijähriges Kind geschlagen. Der Vorfall zeigt wieder einmal, dass das Problem viel größer ist, nämlich dass es Rassismus und Intoleranz sind, die immer wieder Angriffe gegen Menschen produzieren.
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Erster Europäischer Mauerfall

Am kommenden Wochenende wird dem Mauerfall zum 25. Mal gedacht. Aber 25 Jahre nach dem deutschen Mauerfall sind Europas Grenzen dicht. Zehntausende Menschen ertrinken, dehydrieren und kentern an Europas Außenmauern. Flüchtlinge klammern sich unter Radachsen, um nach Europa zu gelangen.

Während sich Politiker aller Parteien am 9. November in den Armen liegen und das Ende der mörderischen innerdeutschen Mauer feiern, haben Sie die viel mörderischeren Außenmauern Europas finanziert. Diesem Verrat nimmt sich das Zentrum für Politische Schönheit an. Rücken wir den illegalen Mauerbauten in der Europäischen Union zu Leibe.

Mehr zu der Aktion vom Zentrum für politische Schönheit
TV Bericht zur Aktion

Veranstaltungsreihe

„Ich war nicht geboren, hatte keine Seemannskarte, konnte nie im Leben einen Pass bekommen, und jeder konnte mit mir machen, was er wollte, denn ich war ja niemand, war offiziell gar nicht auf der Welt, konnte infolgedessen auch nicht vermisst werden.“

Was der Autor B. Traven in seinem Roman „Das Totenschiff“ aus dem Jahr 1926 verarbeitete, ist auch heutzutage noch brandaktuell. Wer keinen oder nicht den „richtigen“ Pass besitzt, stößt an Grenzen, die zumeist im Laufe der Geschichte willkürlich gezogen oder durch Kriege gesetzt wurden. Auch die „Durchlässigkeit“ der Grenzen wird durch Menschen bestimmt. Während sie für privilegierte – zumeist weiße – Europäer_innen scheinbar unsichtbar sind und andere Kontinente einfach zu passieren sind, bedeuten Grenzen für Menschen auf der Flucht häufig den Tod. Doch selbst wenn Geflüchtete das nahezu unmögliche vollbracht und diese (un-)sichtbaren Zäune überwunden haben, werden für sie innerhalb des Landes neue, spezielle Hürden errichtet. Um diesem unerträglichen Zustand entgegenzutreten, möchten wir mit unserer Veranstaltungsreihe die vorhandenen Grenzen aufzeigen. Wir wollen Expert_innen und interessierte Personen, die sich mit den verschiedenen Problematiken auseinandergesetzt haben, und vor allem Geflüchtete als betroffener Personenkreis, zusammenbringen und gemeinsam schrankenlose Perspektiven für eine grenzenlose Welt zu erarbeiten.

Alle Termine auch nochmal HIER und HIER