Archiv für Januar 2017

[Halle] Demo für die gleichen Rechte für Geflüchtete

04.02.2017 / Halle/Saale / Demo für die gleichen Rechte für Geflüchtete
12 Uhr, Treffpunkt Riebeckplatz

Flyer auf dt/eng/frz / Arabisch/Paschto/Dari

Wir wollen uns integrieren! Ein System der Ausgrenzung? Nein danke!

Wir sind alle gleich! Wir sind nicht nur da, um Sozialhilfe zu empfangen. Wir brauchen eine Arbeitserlaubnis und fairen Zugang zur Arbeit. Rassismus und Diskriminierung stehen der Integration entgegen. Behandelt alle Ausländer auf Basis der Gleichberechtigung! Wir sind nicht hier, um auf unsere Abschiebung zu warten.

JA ZU GLEICHEN CHANCEN
JA ZUM RECHT AUF ARBEIT
JA ZU EINER ECHTEN INTEGRATION
JA ZUM RECHT AUF BEWEGUNGSFREIHEIT UND
EIN BLEIBERECHT FÜR ALLE

Wir sind eine Gruppe von Geflüchteten und MigrantInnen, die für die gleichen Rechte für alle kämpfen!

[Berlin] Wir sind Malier_innen! Wir sind Afrikaner_innen!

Kundgebung am 31.01.2017 / Berlin
ab 14 Uhr vor der Botschaft von Mali
Kurfürstendamm 72 / Adenauerplatz

Flyer – Mehr Infos auf deutsch / En Francaise

Aufruf

*Francaise en bas*

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Verhältnisse zwingen uns dazu, unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, ohne die Politiker_innen, die nur an ihren eigenen Kopf und ihre Brieftasche denken. Sie haben mit unaufhörlichen Lügen unser Vertrauen missbraucht. Unsere malische Staatsführung, der Präsident, der Minister und der Botschafter, sie alle haben uns betrogen. Unser Leben und unsere Ansichten zählen überhaupt nichts für diese Leute. Das einzige, was zählt ist Geld. Sie nutzen uns aus, um ihre eigenen Interessen zu befriedigen. Angesichts von all dem, was in unserem Land passiert, sehen wir uns verpflichtet, uns gegen diese korrupten Führungspersonen zu erheben, die sich „Patriot_innen“ nennen.

Wir rufen alle malischen und afrikanischen Brüder und Schwestern auf zu einer Demonstration am 31. Januar vor der malischen Botschaft.

Die wichtigsten Ziele dieser Demo sind:

- Schluss mit Menschenhandel!
- Rücktritt des Botschafters, ohne wenn und aber!
- Schluss mit Abschiebungen!

(mehr…)

Einen Neuanfang ermöglichen – Spendenaufruf für Familie K

Initiiert von Medinetz Halle/Saale e.V., unterstützt von no lager halle, Januar 2017

Radio Corax hat ein Interview mit der Mutter der Familie geführt, in der sie ausführlicher ihre Situation schildert. Das Interview kann HIER angehört werden. Das Interview ist auf Englisch.

Spendenaufruf als pdf lesen

Liebe Medinetze, Liebe Medibüros, Liebe UnterstützerInnen, Liebe Freunde und Freundinnen,

Seit September 2016 unterstützen wir eine dreiköpfige Familie, bestehend aus der Mutter und zwei jugendlichen Töchtern aus Serbien, die sich neben der Sorge um die mehrfach, schwer erkrankte Mutter mit einem Leben am Rande der Illegalität zurecht finden muss. Die letzten Monate haben eine intensive Begleitung mit sich geführt, die bei allen Beteiligten auch emotional nicht ohne Spuren blieb. Vor allem ging diese Zeit an die Substanz der drei Frauen bzw. Jugendlichen. Die Aussicht auf ein positives Asylverfahren bzw. eine Duldung ist nach einer ersten Abschiebung und ihrer Rückkehr nach Deutschland sehr gering. So waren die letzten Monate der Familie vorallem von großer Unsicherheit, Ängsten und finanzieller Abhängigkeit geprägt.
Die Familie hält nun die „Gefangenschaft“ in der Illegalität und deren Folgen nicht mehr aus. Frau K kann nicht arbeiten, die Töchter können nicht zur Schule gehen. Ihr Tag besteht aus Abwarten und dem guten Willen Dritter. Mittlerweile hat sich die Familie dazu entschieden, nach Serbien zurückzugehen, um dort einen Neuanfang zu versuchen. Allerdings steht die Familie dort vor dem Nichts. Sie müssen von Null anfangen.
Wir wollen sie bei ihrer Rückkehr unterstützen. Dazu wollen wir ihnen ein Startkapital für Nahrung, Unterkunft und vor allem für die Schule der Töchter, sowie die medikamentöse Versorgung der Mutter mitgeben. Unser Ideal wäre, ihnen 5000 Euro mitgeben zu können. Das ist eine beträchtliche Summe an Geld und in dem Fall handelt es sich auch nicht um eine „klassische“ Kostenübernahme von z.B.: einer Ultraschalluntersuchung, was uns natürlich bewusst ist. Trotzdem wollen wir euch fragen, ob ihr uns und vor allem die Familie mit einer Spende unterstützen könnt und wollt?

Wir freuen uns über jede Spende, positive Rückmeldungen oder über jeden Rat!

Solidarische Grüße
Euer Medinetz Halle/ Saale e.V.

Spendenkonto:

Empfänger: Verein zur Förderung antirassistischer Arbeit in Sachsen-Anhalt n.e.V.
IBAN: DE76 8005 3762 1894 0553 02
BIC: NOLADE21HAL
Verwendungszweck: Familie K

Der Verein kann keine Spendenquittungen ausstellen.

Zwei Geflüchtete aus Merseburg mit Mini-Charter nach Mali abgeschoben

Am Freitag den 6. Januar 2017 wurden Amadou Ba und Mamadou Drame mit einem Mini-Charter nach Bamako, Mali abgeschoben. An Bord 2 Piloten, drei Polizisten und die beiden Abgeschobenen.

Beide Männer lebten in Merseburg, Amadou Ba seit über 12 Jahren. Kurz vor seiner Abschiebung erhielt er endlich eine Arbeitserlaubnis, fand Arbeit und bekam einen festen Arbeitsvertrag. Amadou Ba sollte bereits am 27. Oktober 2016 von Deutschland über Paris nach Mali abgeschoben werden. Doch die Abschiebung scheiterte, wie auch in einem Video dokumentiert ist. Ein zweites Video zeigt, wie Amadou Ba auf dem Rollfeld in Paris abgeführt wird, auch in dieser Szene rufen Passagiere empört, dass sich Gewalt in Frankreich verbiete. Daraufhin verbracht Amadou Ba bis zu seiner endgültigen Abschiebung mehrere Wochen in Frankfurt am Main und Büren in Abschiebehaft.

Auch die Abschiebung von Mamadou Drame ging von der Ausländerbehörde in Merseburg (Ausländeramt Landkreis Saalekreis) aus, auch er wurde erst nach Büren in Abschiebehaft gebracht. Auch seine erste Abschiebung konnte wegen starker Proteste im Flugzeug nicht vollzogen werden.

Angekündigt war die letzte Abschiebung der beiden Malier ursprünglich für den 7.2.2017. Am Vorabend des 6.1.2017 hat Amadou Ba dann einen Zettel von den Knastmitarbeitern bekommen, dass er am Folgetag (Freitag) von Düsseldorf in einem Mini-Charter zusammen mit einem weiteren Malier abgeschoben werden soll. Trotz zahlreicher Bemühungen und Protesten von Familie und UnterstützerInnen konnte die gewaltsame „Rückführung“ der beiden nicht verhindert werden. Afrique-Europe-Interact schreibt dazu: „Die deutsche Bundesregierung will mit aller Gewalt zeigen, was es heißt, wenn Angela Merkel davon spricht, dass Abschiebungen zu einer nationalen Kraftanstrengung erhoben werden müssten.“

Doch das Vorgehen der deutschen Behörden bleibt in Mali nicht unbemerkt. Bei ihrer Ankunft in Bamako erwarteten bereits Journalisten die beiden Abgeschobenen. es gab eine Pressekonferez und Proteste: »Die malische Gesellschaft ist aufgeschreckt« Zwei Männer wurden nach Bamako per Minicharter-Flugzeug abgeschoben .

Ausserdem eine kurze Stellungnahme von Ulla Jelpke, LinksparteiDeutschland schiebt Flüchtlinge in den Krieg nach Mali ab

[Apolda] Prozessaufruf – Solidarität mit Dr. Magsud

Einladung zur Gerichtsverhandlung am 18. Januar 2017
Aufruf von The VOICE Refugee Forum

„Solidarität muss praktisch werden!“ – dieser Slogan wird im Kontext des Kampfes gegen FaschistInnen und RassistInnen immer wieder benutzt und will sagen: Jetzt hier auf der Straße kann unser Protest nur ein allgemeiner sein, wichtig ist vor allem die Unterstützung des konkreten Kampfes derjenigen, die sich gegen die menschenfeindlichen Strukturen zur Wehr setzen. Dr. Magsud wird von den Härten der Behörden getroffen, weil er nicht stumm bleibt, sondern den organisierten Kampf gegen das Lagersystem und die Abschiebekultur als seinen Persönlichen begreift. Auf Bestreben der Ausländerbehörde Apolda wird er nun vor Gericht gezerrt. Unter allen Umständen soll ihm ein Vergehen angehangen werden in der Hoffnung, dass sie seine Abschiebung doch noch irgendwie erreichen können oder ihn einfach „nur“ schikanieren.
Jetzt ist praktische Solidarität gefragt: Organisiert eine gemeinsame Anreise von eurem Wohnort zum stattfindenden Prozess am 18. Januar in Apolda, beobachtet die Geschehnisse und zeigt Dr. Magsud eure Verbundenheit mit eurer Anwesenheit! Niemand soll allein vor Gericht stehen! Auch die Institutionen sollen sehen, wir stehen zusammen!
Schafft in eurem Umfeld Aufmerksamkeit für den Fall, verbreitet die Stellungnahme und sammelt Spenden für die zu erwartenden Repressionskosten.

Stellungnahme von Herrn Aghayev Magsud zu den Vorwürfen von der Ausländerbehörde Apolda

Ich, Aghayev Magsud, bin seit 2009 Aktivist bei „The VOICE Refugee Forum“ und der „Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migrantinnen“. Seitdem werden mir durch die Ausländerbehörde Apolda Steine in den Weg gelegt! Jetzt verweigern sie mir seit fast 2 Jahren die rechtmäßige Verlängerung meines Aufenhalts und haben nun auch ein Gerichtsverfahren gegen mich angestrengt, in dem sie mir vorwerfen, ich hätte meinen Pass einem Fremden zur Ausreise überlassen. Im Folgenden möchte ich den Hintergrund des Gerichtsverfahrens darlegen. weiterlesen

Die Gerichtsverhandlung findet statt am Mittwoch, 18. Januar 2017, Beginn 10:15 / Amtsgericht Apolda, Jenaer Str. 8

Bisher größte Gedenkdemo für Oury Jalloh

Oury Jalloh Gedenken 2017: Mehr als 1000 Menschen gegen tödliche Polizeigewalt und Staatsrassismus in Dessau’s Straßen

12 Jahre sind vergangen, seitdem Oury Jalloh an Händen und Füßen gefesselt in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte. Zu seinem Todestag fand in diesem Jahr die bisher größte Gedenkdemonstration in Dessau-Roßlau statt.
Die Oury Jalloh-Bewegung dankt allen Beteiligten aus ganzem Herzen für die überaus kraftvolle Manifestation am 7. Januar 2017 in Dessau gegen das #Verbrennen #Vertuschen #Verschleppen und #Verfolgen – das war ein sehr, sehr inspirierender und kraftspendender Auftakt dieses Jahres in unserem gemeinsamen Kampf gegen staatlich geförderte und juristisch gedeckelte Morde an unseren Schwestern und Brüdern!

Nachwort der Initiative lesen
Bilder der Demo anschauen
Presse: Migazin / TAZ / MZ / ND

Oury Jalloh -Kein Einzelfall! Auf zur Demo am 7.1.2017 in Dessau

07.01.2017 / Dessau / Demo in Gedenken an Oury Jalloh
14 Uhr / Hauptbahnhof Dessau

OURY JALLOH: #Kein Einzelfall!
DAS WAR MORD! – #Keine Einzeltäter!

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