Archiv der Kategorie 'Bundesweit'

#Free Juventa: Solidarität mit Jugend rettet!

In einer gestrigen Anhörung und anschliessenden Pressekonferenz in Trapani/Italien hat der Verein „Jugend rettet“, welcher mit dem Schiff „Juventa“ in Seenot geratene Geflüchtete auf dem Mittelmeer vor dem Ertrinken bewahrt, den Vorwurf der Schlepperei entschieden zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft in Italien erhebt gegen die Organisation schwere Vorwürfe und hat Anfang Juni das Schiff beschlagnahmt, so dass seit dem die Juventa nicht mehr im Mittelmeer unterwegs ist. Die Juventa ist dabei nur eines von mehreren NGO-Schiffen, dass der Aufgabe der Seenotrettung nachgeht, aber es ist das Projekt, das bisher am stärksten von staatlichen Stellen kriminalisiert wird.

Doch dem nicht genug. Die Vorwürfe gegen die Juventa fussen zu einem Teil auch auf Aussagen eines Mannes, der der „Identitären Bewegung“ Italiens zu zurechnen ist. Diese neonazisitische Organisation hetzt nicht nur seit Monaten gegen die Arbeit der SeenotretterInnen und postiliert sich als „Beschützer Europas“, sondern sie versucht direkt und unmittelbar die Arbeit der Seenotrettung zu behindern. Dafür haben die „Identitären“ ein eigenes Schiff gechartert, mit dem sie, nach eigenen Aussagen, die Arbeit der NGOS beobachten und kontrollieren wollen, aber auch ggf. Flüchtende auf ihrer Fahrt zu behindern und an die libysche „Küstenwache“ zurück zu übergeben.
Auch die in Halle/Saale ansäßige Ortsgruppe der „Identitären“ versucht sich mit Hilfe des Themas zu profilieren. So behaupteten sie allen ernstes u.a. mit dem Besuch eines Infostandes von SOS Mediteranee auf dem Kirchentag in Wittenberg und der Defamierung ihrer Arbeit als Menschhandel eine „Satire-Aktion“ durchgeführt zu haben. Auch verdichten sich die Hinweise, dass lokale Mitglieder der Gruppe ihre Sommerwochen „im Einsatz“ auf dem Nazischiff verbracht haben und sich aktiv an Aktionen beteiligten, die willentlich das Leben von Schutz suchenden Menschen in Kauf nehmen.

Aber es regt sich rund um das Mittelmeer auch Widerstand gegen die „Mission der Identitären“. So wurde dem Schiff die Einfahrt in diversen Häfen behördlich verboten oder es wurde aktiv an einer Einfahrt in verschiedene Häfen gehindert, so z.B. in Tunesien.

Mehr noch zu den Hintergründen zu der von der EU finanzierten Abschottung. Zur Situation für Geflüchetet in Libyen: Siehe z.B. eindrücklicher Bericht von den Ärzten ohne Grenzen .

Jugend rettet schrieb selbst im Voraus zur Anhörung: „Seit Wochen arbeiten wir die Beschuldigungen auf, sprechen mit anderen Organisationen, protestieren. Uns ist dabei vor allem klar geworden: Wir haben nichts zu verbergen. Als junge Organisation wurden wir gezielt mit haltlosen Vorwürfen konfrontiert. Wir bekamen zahlreiche Morddrohungen und wurden von verschiedenen Medien in der Öffentlichkeit diffamiert.
Doch die Solidarität von Unterstützer_innen, Organisationen und Projekten stärken uns den Rücken. Als junge Generation werden wir nicht still zu sehen, wie das Leid an den Außengrenzen wächst. Wir wollen unsere IUVENTA zurück. Als Zeichen, dass man als junger Mensch etwas verändern kann. Als Protest für Menschenwürde, die an den Außengrenzen Europas ignoriert wird.“

Presseauswahl zur Anhörung: Spiegel / Zeit / Independent

Seenotrettung ist kein Verbrechen! Wider dem Zynismus des europäischen Grenzregimes und neofaschistischer Menschenverachtung! Solidarisiert euch mit der Crew der Juventa!

Zum Beispiel so: Video /#freejuventa
Jugend rettet: Website / Facebook / Twitter / Doku über einen Einsatz der Juventa

[Berlin] Welcome United: Impressionen

Mehr Fotos

12.9.2017 / Attention: Next deportation to Afghanistan

The next deportation to Kabul will be at Tuesday, 12th of September from Airport Düsseldorf.

Until now we have no information that persons from Saxony-Anhalt will be affected. We are thankful for any advice if that is the case. Mail: info@fluechtlingsrat-lsa.de
Please spread this to all who can be affected and inform them about their rights (e.g. follow request).

The refugee council Bavaria compiled helpful information (in german): here
For more information also in Dari: here

Der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan soll am Dienstag, 12.9.2017 von Düsseldorf aus stattfinden.

Bisher haben wir noch keine Informationen darüber, ob auch Personen aus Sachsen-Anhalt betroffen sein könnten. Wer Hinweise darauf hat, melde sich bitte bei uns. Mail: info@fluechtlingsrat-lsa.de

Bitte gebt diese Info an potentiell Betroffene weiter und informiert sie über über ihre Rechte (z.B Folgeantrag).

Der Bayrische Flüchtlingsrat hat wichtige Hinweise zusammengestellt: hier
Hier gibt es weitere Informationen auch auf Dari: hier

Bericht zur Abschiebeanhörung am 4.9.2017 in Halle/Saale

Am Montag, dem 04.09.2017 fand in Neustadt-Halle (Saale) eine „Botschaftsanhörung“ mit einer Delegation aus Guinea-Bissau statt.

Koordiniert wird das Verfahren durch die deutschen Ausländerbehörden in Räumlichkeiten des Landesverwaltungsamtes Halle. In einem zuvor wahrscheinlich leerstehenden Gebäudeteil der Neustädter Passage 13, gleich hinter der Polizeistation Halle-Neustadt, wurden betroffene Personen für mehrere Stunden mit der Delegation konfrontiert. Lediglich ein Schild mit der Aufschrift „Anhörung – Audiência“ markierte den Eingang zum Gebäude. Zum Seitenausgang hin sicherten drei PolizeibeamtInnen den Weg. Mehrere Polizeitransporter, Dienstwagen und ein großer weißer Reisebus standen auf dem „extra blockierten Abschnitt“ (Wortlaut Mitarbeiterin) des Parkplatzes bereit.

Ziel dieser Botschaftsanhörungen ist es, geflüchtete Personen durch die Delegation identifizieren zu lassen. Die Ausländerbehörden nennen dies „Einleitung der Abschiebung und Passersatzbeschaffungsmanahmen“. Gemeinsam haben die betroffenen Personen nur eines: Sie besitzen keinen Reisepass und gaben bei Stellung ihres Asylantrages an, aus Guinea-Bissau zu kommen. Ohne Reisepass und damit ohne geklärte Identität jedoch galten sie bislang als nicht abschiebbar.

Die Delegation aus Guinea-Bissau soll die Geflüchteten Angaben zufolge nach aufgrund von genereller Erscheinung der Person, Dialekt, Kopfform, traditionellen Narben, etc. „identifizieren“. Steht die Identität der Person fest, kann ihr durch die Ausländerbehörde ein Passersatzpapier (sog. „laissez-passé“) ausgestellt werden.
Die Personen erhielten während der Anhörung unter anderem Informationen zur „freiwilligen Ausreise“ des IOM (Internationale Organisation für Migration), welche den betroffenen Personen „angeboten“ wird und ebenfalls mit einem „laissez-passer“-Passersatz möglich wäre. Wird diesem Angebot nicht entsprochen, so droht den Personen die unangekündigte Abschiebung.
(mehr…)

[Halle] 04. – 11.09.2017 ATENÇÃO! Warning! Warnung!

ATENÇÃO: Entrevista de deportação com a delegação de GUINÉ-BISSAU do dia 4 ao dia 11 de Setembro 2017 no escritório da Administração da Região Saxônia-Anhalt („Landesverwaltungsamt“) em Halle/Saale

Do dia 4 ao dia 11 de Setembro 2017, um delegação oficial de Guiné-Bissau estão vindo para o escritório da Administração da Região Saxônia-Anhalt em Halle/Saale com intuito de identificar quem não tem passaporte. O objetivo desta delegação é emitir um outro documento de viagem (laissez-passer“) para deportar refugiadas e refugiados que não possuam passaporte para Guiné-Bissau. Estas deportações só são possíveis devido a cooperação entre Alemanha/ Europa e estes países. Pessoas de todas as partes da Alemanha foram convidadas ou trazidas para Halle (Saale) pela polícia nesta semana. O escritório de estrangeiros (Ausländerbehörde) está pedindo assistência da polícia para buscar os refugiados se eles não forem na audiência.

Por favor informe os seus amigos e amigas os quais provavelmente podem ser afetados por estas entrevistas de deportação!

Mais informações_português

WARNING: Deportation hearing with a delegation from GUINEA-BISSAU from 04.09.2017 -11.09.2017 at Administration Office Saxony-Anhalt („Landesverwaltungsamt“) in Halle/Saale

From 04.-11.September, a delegation from Guinea-Bissau is coming to Administration Office Saxony-Anhalt in Halle/Saale to identify refugees who have no passport. Their aim is giving out travel documents (“laissez-passer”) to deport them to Guinea-Bissau. Such deportations are possible due to cooperations with Germany/ Europe and other countries. People from all over Germany are invited or brought to Halle (Saale) by police for this week. The German authority for foreign affairs (Ausländerbehörde) are asking police assistance to pick up people if they did not go to the hearing.

Please inform your friends who probably could also be affected !

More infos_english

WARNUNG: Abschiebungs-Anhörung mit Delegation aus GUINEA-BISSAU vom 04.09. – 11.09.2017 im Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle/Saale

Vom 04.-11. September 2017 kommt eine Delegation aus Guinea-Bissau in das Landesverwaltungsamt Halle/Saale um dort Geflüchtete zu identifizieren, welche keinen Reisepass besitzen. Das Ziel der Delegation ist, den Geflüchteten Reisedokumente (“laissez-passer”) auszustellen um sie ohne Pass nach Guinea-Bissau abschieben zu können. Solche Anhörungen sind aufgrund von Kooperationen zwischen Deutschland/ Europa und anderen Ländern möglich. Menschen aus ganz Deutschland werden in dieser Woche nach Halle (Saale) eingeladen oder mit Polizeigewalt gebracht. Die deutschen Ausländerbehörden lassen die Menschen durch die Polizei abholen, wenn sie nicht zur der Anhörung gegangen sind.

Bitte informiere deine Freundinnen und Freunde, welche möglicherweise auch davon betroffen sein könnten!

Mehr Info_deutsch

[EU/Libyen] Menschenrechte über Bord

Die Europäische Union will die Zahl der ankommenden Flüchtlinge um jeden Preis verringern. Dafür kooperiert sie auch mit verbrecherischen Regimes. So sorgt zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Libyen dafür, dass Schutzsuchende im europäischen Auftrag in ein Land zurückgebracht werden, in dem sie schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind.

Pro Asyl hat eine E-Mail-Kampagne ins Leben gerufen: Wir protestieren gegen diese Deals auf Kosten der Menschenrechte! Helft uns dabei und fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu auf, umzukehren. Mitmachen

Mehr Hintergründe zur Situation in Libyen / Bericht einer Ärztin von Medicins sans Frontieres

We‘ll come united! Anmelden zum Mitfahren

Gemeinsam am 16. September 2017 zur großen „Welcome united!“ Demo und dem „CommUnityCarneval“ nach Berlin!

Der Aufruf in vielen Sprachen: Hier
welcome united auf Facebook / CommUnity Carneval auf Facebook

Es wird einen Reisebus aus Erfurt über Halle/Saale nach Berlin geben. Du willst mitfahren? Registrierung für eine Busplatz: Hier
Die Fahrt ist kostenlos. Du kannst aber etwas Spenden, wenn du möchtest. Der Bus fährt Abends wieder zurück nach Halle.
Genaue Infos zu Abfahrtsort und Zeit erhälst du dann per Mail.

[Persisch]

همه باهم در تاریخ 16سپتامبر 2017 به سوی راهپیمایی بزرگ welcome united! و CommonUnityCarneval در برلین

اطلاعات مربوطه در زبان های مختلف: اینجا
welcome united Facebook / CommUnity Carneval Facebook

برای سفر به برلین از هاله و ارفورت اتوبوس موجود میباشد اگر مایل به سفر هستید اینجا صندلی رزرو کنید: رزرو اتوبوس
سفر با این اتوبوس رایگان میباشد. اتوبوس عصربه ارفورت و به هاله برتان میگرداند.
اطلاعات دقیق تر وستعت حرکت اتوبوس را ازطریق ایمیل دریافت میکنید

[English]

At the 17th of September we go togehter to the big „Welcome united!“ Demonstration and to the „CommUnityCarneval“ to Berlin!

The call for the demo you can find here
welcome united Facebook / CommUnity Carneval Facebook

You can go by Bus to Berlin. The Bus will starts in Erfurt and stops in Halle/Saale. You want to join? Please register HERE
The travel is for free, but you can donate for it if you want. The Bus will return in the evening back to Halle and Erfurt.
Informations where and when the travel will starts you will get per E-Mail.

[Arabisch]

لنذهب معا وسويا إلى برلين للمشاركة في حفلة الكارنفال (CommUnityCarneval) وأيضا المشاركة في مظاهرة (Welcome United) وذلك كله بتاريخ السادس عشر من أيلول 16.9.2017

التفاصيل بعدة لغات تجدونها تحت الرابطCall
سوف تكون هنالك حافلة لنقل المشاركين منطلقة من مدينة ايرفورت مرورا بمدينة هالة. لتسجيل مقعد لكم في الحافلة، افتح الرابط التالي Anmeldung für den Bus
التسجيل للحافلة بالمجان ولكن باب التبرع مفتوح لمن يرغب. سوف تعود الحافلة مساءا إلى مدينة هالة. تفاصيل عن وقت ومكان انطلاق الحافلة تحصلون عليها بالايميل بعد التسجيل.

[Portugues]

No dia 17 de setembro nós iremos junt@s participar da manifestação “Welcome united” e da “CommUnityCarneval” em Berlin!

A chamada para a manifestação você pode encontrar aqui:
welcome united Facebook / CommUnity Carneval Facebook

Terá um ônibus que irá nos levar para Berlin, O onibus parte de Erfurt e irá parar em Halle/Saale.
Se você quiser participar por favor registre-se aqui: HERE
A viagem é gratuita, mas doações para os custos da viagem serão bem vindos caso você queira contribuir. O ônibus irá retornar a noite de volta para Halle e Erfurt. Informações de onde e quando se iniciará a viagem você irá receber por E-Mail após você ter se registrado.

[Französisch]

Aller ensemble á le grande manifestation „Welcome united“ (Bienvenue unie) et le „CommUnityCarneval“ à Berlin le 16 Septembre 2017 !

L‘appel en francaise: Ici

welcome united Facebook / CommUnity Carneval Facebook

Il y‘aura un entraîneur d‘Erfurt via Halle (Saale) à Berlin. Vous voulez aller ensemble? Enregistrement pour une siège dans le bus: ici
Le trajet est gratuit. Vous pouvez faire un don, si vous voulez. Le bus retourne à Halle et Erfurt le soir. Vous recevrez plus d‘informations détaillées sur le départ et l‘heure par e-mail.

25 Jahre später immer noch aktuell: Das Progrom von Rostock Lichtenhagen

Heute vor 25 Jahren, am 22.08.1992, begannen die tagelangen rechten Ausschreitungen gegen das sogenannte Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen. Wie kaum ein anderes „Ereignis“ haben sich die Tage und vorallem Nächte in dem ostdeutschen Plattenbaugebiet in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben, auch wenn es auf einigen Seiten immer wieder Anfälle von Geschichtsamnesy zu geben scheint.
Doch waren es nicht nur organisierte Rechte und „aufgebrachte Bürgerinnen“, die willentlich das Leben der Menschen aus dem Sonnenblumenhaus auf Spiel setzten. Die verantwortlichen PolitikerInnen entzogen sich der Situation und die Polizei schaute dem Progrom nicht nur zu, sondern kriminalisierte Diejenigen, die sich dem rechten Mob entgegenstellten. Zeitgleich zu den Angriffen in Rostock und andernorts wurden im neuen deutsch-deutschen Bundestag unter der Federführung der CDU das Asylrecht faktisch abgeschafft.
13 Jahre später, 2015, wiederholte sich scheinbar die Geschichte: Eine größere Zahl von Migrierenden kommt in Deutschland in kurzer Zeit an, Rassismus wird wieder Salon- und Straßenfähig, die Gewalt gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte nimmt stark zu und der deutsche Bundestag beschließt eine Asylrechtseinschränkung nach der anderen.

Rückblickend auf 1992 hier einige Empfehlungen um sich mit dem Hergang und den Hintergründen auseinanderzusetzen:

* Die Chronik von 1992 als twitterchronik
*Film „The truth lies of Rostock“ von 1993
* Feature über die Situation der vitnamesischen VertragsarbeiterInnen in der DDR und die Auswirkungen der Wende für sie
* Hörspiel „Sonnenblumenhaus“

Welcome United: Fighting for social rights

Gemeinsam am 16. September 2017 zur großen „Welcome united!“ Demo und dem „CommUnity carneval“ nach Berlin!

Der Aufruf in vielen Sprachen: Hier
welcome united auf Facebook / CommUnity Carneval auf Facebook

Es wird einen Reisebus aus Erfurt über Halle/Saale nach Berlin geben. Du willst mitfahren? Registrierung für eine Busplatz: Hier
Genauere Infos zur Abreise folgen.

Unterstützt die Flüchtlingsfrauenkonferenz!

Die Vorbereitungen für die große Frauen* Konferenz vom 22. bis 24.9.2017 von „Women in Exil“ laufen auf Hochtouren. Sie brauchen Eure finanzielle und kreative Unterstützung!
Jingel hören / mehr Infos / Spenden

Women in Exile wird dieses Jahr 15 Jahre alt! Newsletter

Wir gratulieren!

Vorsicht! Weiterhin einzelne Abschiebungen nach Afghanistan

Der Flüchtlingsrat Bayern informiert: „Wir haben den ernstzunehmenden Hinweis, dass, obwohl die Sammelabschiebungen nach Afghanistan ausgesetzt sind, dies nicht gilt für Einzelabschiebungen mit Linienflügen über Delhi. Also bitte weiterhin aufpassen, insbesondere bei Leuten, die unter die vom BMI genannten Kategorien Gefährder, Straftäter, Identitätstäuscher fallen könnten.“

Wir fordern die Rückkehr von Selami Prizreni nach Deutschland!

Petition mitzeichnen / Noch vier Tage!

Selami Prizreni wurde heute morgen von der Polizei abgeholt und ist zusammen mit vielen weiteren Roma in den Kosovo abgeschoben worden.

Heute ist zugleich Roma Resistance Day: Am 16. Mai 1944 wehrten sich die Häftlinge des „Zigeunerlagers“ Auschwitz-Birkenau erfolgreich gegen die Liquidierung des Lagers. Der Erfolg des Aufstands war jedoch nur von kurzer Dauer – nach weiterem Widerstand wurden die überlebenden Häftlinge Anfang August schließlich in die Gaskammern geschickt.

Selami Prizreni ist in Essen geboren und aufgewachsen. Er ging dort zur Schule, knüpfte Freundschaften und begann sich schon früh mit Hip-Hop zu beschäftigen.

Bereits 2010 wurde er mit Anfang 20 in den Kosovo abgeschoben. Der Film „Trapped by law“ zeigt an seinem Beispiel die Perspektivlosigkeit, den Rassismus und die Unmöglichkeit des Aufbaus einer Existenz für in Deutschland sozialisierte Roma.

2013 prozessierte er noch im Kosovo erfolgreich gegen seine Abschiebung und bekam dennoch keinen sicheren Aufenthaltstitel für Deutschland. Er floh zurück in seine Heimat Deutschland, wo er trotz der ständig drohenden Abschiebung mit seinem Bruder und Freunden die Initiative Roma-Art-Action ins Leben rief, als Hip-Hop-Künstler durch Deutschland tourte und bundesweit mit seiner Musik für Menschenrechte eintrat.

Wir fordern, die Abschiebung rückgängig zu machen und Selami sofortiges und dauerhaftes Bleiberecht zu erwirken.

Wir fordern, dass er zurück nach Deutschland kommt!
Begründung:

Selami ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, seine Familie lebt seit 30 Jahren in Deutschland.

Sein gesamtes berufliches und privates Netzwerk ist in Deutschland. Seine Abschiebung betrachten wir als unrechtmäßig und unmenschlich.

www.alle-bleiben.info
Im Namen aller Unterzeichner/innen.
Göttingen, 16.05.2017 (aktiv bis 15.07.2017)

28.06. Protest gegen Abschiebungen nach Afghanistan am Flughafen Leipzig-Halle

***English, Dari and Pashto below***

Stop Deportation – Ready to Block 1.0
Logistische oder taktische Gründe? Sammelabschiebung nach Afghanistan nicht abgesagt, sondern auf unbekannten Zeitpunkt verschoben. Netzwerk ruft zu Protest am Mittwoch auf!

Beginn Mittwoch, 28-06.2017 um 16 Uhr auf dem Kleinen Willy-Brand-Platz, gegenüber dem Leipziger Hauptbahnhof. Nach einer Fahrt zum Flughafen wird der Protest am Flughafen fortgeführt.

Facebook event / twitter protest_lej

Medienberichten zufolge wird die geplante Sammelabschiebung nach Kabul vom Flughafen Leipzig/Halle (LEJ) nicht am Mittwoch, dem 28.06.2017, stattfinden. Als Grund dafür wird angegeben, die deutsche Botschaft vor Ort sei nach dem Anschlag vom 31.05.2017 noch nicht wieder arbeitsfähig. “Dass die Abschiebung nicht wegen der Situation in Afghanistan abgesagt wurde, sondern aus logistischen Gründen verschoben worden sei, zeigt, dass es der Bundesregierung nicht um die Gefahren geht, denen Menschen ausgesetzt sind, wenn sie dorthin zurückkehren,” so Aram Khan, Pressesprecherin des kürzlich gegründeten Aktionsnetzwerks gegen Abschiebungen in Leipzig “Protest LEJ”.

Die für Mittwoch angesetzte Abschiebung wäre die erste ins vermeintlich sichere Afghanistan seit dem offiziellen Abschiebestop Anfang Juni gewesen. Während des letzten Monats war das ganze Land anhaltend Ziel von Anschlägen, die Sicherheitslage hat sich drastisch verschlechtert. Khan: “Wir gehen davon aus, dass diese konkrete Abschiebung verschoben wurde, weil sie öffentlich bekannt geworden ist. Die Situation in Afghanistan ist alles andere als sicher, und das ist momentan in der öffentlichen Wahrnehmung präsent. Dass die Abschiebung verschoben wurde, ist nichts Positives. Es werden immer noch Menschen abgeschoben, aber jetzt ist unklar, wann dies passieren wird. Diese Intransparenz verunmöglicht direkte Kritik und somit breiten gesellschaftlichen Protest.”

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind ein Großteil der Menschen, die trotz der aktuellen Lage in Afghanistan dorthin abgeschoben werden, “Straftäter” und sogenannte “Gefährder”. Die allermeisten dieser “Straftäter” wurden jedoch nur wegen kleinerer Delikte wie Fahren ohne Fahrschein, Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz und Diebstählen verurteilt, wie eine Statistik des sächsischen Innenministeriums zeigt (kleineanfragen.de/sachsen/6/9230-abschi…. “Auch dieses Vorgehen lehnen wir aus mehreren Gründen ab”, so Khan. “ Zum einen ist die Kategorie “Straftäter” assoziiert mit Tatbeständen wie Mord oder Terrorismus. Diese Assoziation ist gewollt, aber schlicht falsch. Zum anderen legitimieren auch eventuelle Straftaten oder Gesetzesverstöße nicht, Menschen in Kriegsgebiete und lebensbedrohliche Situationen abzuschieben.“
(mehr…)

Deportation fligth to Kabul at 28th of June is cancelled

We got the information that the deportation fligth to Kabul next Wednesday, 28 th of June starting at Airport Leipzig-Halle is cancelled and postponed to an unknown date.
New dates and alerts will be spreaded if possible. Take care!

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Es liegt die Information vor, dass der Abschiebeflug nach Kabul am kommenden Mittwoche, 28. Juni, vom Flughafen Leipzig-Halle abgesagt und auf einen unbekannten Zeitpunkt verschoben wurde.
Neue Daten und Alarmierungen werden veröffentlicht, sofern möglich. Achtet auf Ankündigungen!

WARNING! Next deportation to Afghanistan, starting at Airport Leipzig-Halle

WARNING!

The next deportation to Kabul will be at Wednesday, 28st of June 2017 starting from Airport Leipzig-Halle!!

Because of the airport we expect that especially people from the federal states in the east and north of Germany (like Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg) are in danger of deportaion.

Please spread this to all who can be affected and inform them about their rights (e.g. follow request). The refugee council Bavaria compiled helpful information: read it, in german

For more information in Dari and Pashto: w2eu.info

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WARNUNG!

Der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan soll am Mittwoch, 28.06.2017 vom Flughafen Leipzig-Halle stattfinden.

Aufrund des Flughafens ist davon auszugehen, dass insbesondere Menschen aus den östlichen und nördlichen Bundesländern von Abschiebung bedroht sind.

Bitte gebt diese Info an potentiell Betroffene weiter und informiert sie über über ihre Rechte (z.B Folgeantrag). Der Bayrische Flüchtlingsrat hat wichtige Hinweise zusammengestellt: Hier lesen

Hier gibt es weitere Informationen auch auf Dari und Paschtu: w2eu.info

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Spiegel artikel
/ MDR