Archiv der Kategorie 'Sachsen-Anhalt'

[Halle] 1. Mai 2017: Informationen für Geflüchtete und MigrantInnen

Informiert eure Freunde und Familie!

Alle Sprachen als Einzelgrafiken

Der erste Mai, Tag der Arbeit, ruft wie in den vergangenen Jahren die extreme Rechte auf den Plan. Neonazis, Rassist*innen, ihre Mitläufer*innen und Unterstützer*innen wollen diesen Tag nutzen, um ihn mit Botschaften von rechts zu besetzen. Bewusst wählen sie den Feier- und Kampftag der Arbeitenden, doch nicht für Solidarität, sondern für völkische Propaganda. Zuletzt in Plauen, Saalfeld und Erfurt kam es zu Aufmärschen von Rechtsextremist*innen aus dem gesamten Bundesgebiet. Für den 1. Mai 2017 kündigt die Partei »Die Rechte« an, Halle zum zentralen Aufmarschort machen zu wollen und militante Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet mobilisieren zur Teilnahme.

Kampagnenseite zu Gegenprotesten von Halle gegen Rechts
antifaschistische Mobiseite
Mehr Hintergründe

Twitter#läuftnicht

Feminismus verbindet! 8. März Frauenkampftag

Aufruf / call for actions in german, english, french, arabic, farsi

24.03.17 [Magdeburg] „Hinter den Barrikaden – Eine Reise durch Nordkurdistan im Krieg“

Vortrag und Diskussion zu dem Buch „Hinter den Barrikaden“

Fünf Journalist*innen des Nachrichtenportals Lower Class Magazine besuchten im Januar und Februar 2016 die Türkei und berichteten in ihren Reportagen über die Belagerung kurdischer Städte durch das türkische Militär. In den Städten wurden Ausgangssperren verhängt, hunderte Zivilisten verloren durch Scharfschützen-, Artillerie- und Panzerfeuer ihr Leben. Als Reaktion auf diese brutalen Angriffe fing die kurdische Bevölkerung an, Widerstand zu leisten. Die Gräben und Barrikaden, die die oft sehr jungen Aktivist*innen aushoben und aufbauten, wurden zum Symbol einer neuen Phase des Ringens um demokratische Autonomie. Das Buch „Hinter den Barrikaden“ gewährt einen tiefen und intensiven Einblick in die Entwicklungen von 2016 bis heute. Der Journalist Alp K. wird aus dem Buch lesen, sowie weiteren Input zu den aktuellen Entwicklungen geben. Im Anschluss wird der Raum geöffnet für eine spannende Podiumsdiskussion.

Uhrzeit: 19Uhr
Ort: BUND Magdeburg (Olvenstedter Str. 10)

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Newroz-Teilhabe-Festivals in Magdeburg statt, eingebettet in die Internationalen Wochen gegen Rassismus und richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnisse. www.newroz-magdeburg.de

[nachgehört] Manifestation des réfugié(e)s de Halle/ Geflüchteten Demo Halle

Dans cette émission nous vous pésentons la manifestation qui a été organisé par les réfugiés vivant à Halle. Pour lutter contre la déscrimination qui leurs est réservés. On a parler pour vous avec l’ activiste Bruno Watara membre du groupe Afrique Europe Interact.

Am 4. Februar hat eine selbstorganisierte Demonstration von Geflüchteten stattgefunden, um gegen die Diskriminierung zu kämpfen. Darüber wollen wir euch in dieser Sendung berichten. Unter anderem sprachen wir mit dem Aktivisten Bruno Watara von Afrique Europe Interact.

Eine Sendung von Common Voices Radio bei Radio Corax Halle.
ANHÖREN / Mehr FOTOS

Der Humanitäre Anstrich einer restriktiven Abschiebepolitik: zum Besuch des Bundesinnenministers bei der Magdeburger Rückkehrberatung

PM des Flüchtlingrat Sachsen-Anhalt, Quelle, 21.02.2017

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière besucht heute gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht die Rückkehrberatung der Magdeburger Stadtmission. Ein ehrliches Interesse an wirklicher Freiwilligkeit seitens der Innenminister wäre grundsätzlich zu begrüßen. Tatsächlich wird jedoch ein enorm anziehender restriktiver Abschiebekurs der Bundesregierung, aber auch der Landesregierung Sachsen-Anhalts verfolgt.

„Die Inszenierung des Interesses an Freiwilligkeit erwehrt sich nur schwer dem Eindruck, hier über den menschenrechtsverachtenden Abschiebekurs der Bundesregierung hinwegtäuschen zu wollen und diesem einen humanitären Anstrich zu geben.“, kommentiert Stefanie Mürbe, Pressesprecherin des Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalts.
(mehr…)

Kein sicheres Herkunftsland! Abschiebestopp nach Afghanistan!

#KEINSICHERESHERKUNFTSLAND -Demonstration

Wann: 11. Februar 2017 um 14 Uhr
Wo: Domplatz in Magdeburg (vor dem Landtag)

Was: Demonstration durch die Innenstadt
Route: Domplatz – Breiter Weg – Alter Markt – Ernst-Reuter-Allee
- Otto-von-Guericke-Str. – Haeckelstr.-Ausländerbehörde

Am 14.12.2016 und am 23.1.2017 hat Deutschland mit den Sammelabschiebungen nach Afghanistan begonnen. Die Regierung plant weitere Menschen in das Kriegsgebiet abzuschieben. Das muss sofort ein Ende haben!

Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland!

Vielerorts kommt es zu heftigen Kämpfen, Bombenanschläge sind an der Tagesordnung, Teile des Landes kontrollieren die Taliban. Durch die bewaffneten Konflikte verlieren jedes Jahr tausende Menschen ihr Leben, ihre Häuser, ihre Lebensgrundlage.
weiterlesen, auch auf englisch und farsi

Mehr infos und aktion

Unsere Stimme im Landtag!

Am Freitag, den 2. Februar 2017 sollen im Landtag von Sachsen-Anhalt über zwei Anträge der rechten Partei „Alternative für Deutschland“ (AFD) debatiert werden. Im ersteren beweisen nach Ansicht der AFD die Proteste gegen die Veranstaltung am 12.01.2017 in der Uni Magdeburg die wachsende Gefahr durch „Linksextremisten“. Einmal mehr stilisieren sich hier die VertreterInnen einer Partei, die vorallem durch ihre Menschen verachtenden Positionen, ihre Demagogie und ihre Nähe zu gewaltbereiten Neonazi von sich reden machen, als Opfer. Der zweite Antrag liest sich mehr als zynisch, passt aber zu dem ständigen Versuch der AFD Täter-Opfer-Rollen umkehren zu wollen.

An dieser Stelle soll ein Offener Brief dokumentiert werden, der Stellung bezieht gegen die wachsende Hetze, gegen Rassismus und Sexismus, auch in den Universitäten und Parlamenten. Und der Text soll den Menschen, die sich aktiv gegen diese Zustände wehren, eine Stimme geben. Denn trotz zahlreichen Gegendarstellungen, z.B. vom StuRa der Uni Magdeburg, hat der öffentliche Diskurs, die Presse vorallem die Prostierenden angegriffen ohne eine Debatte, warum es mehrere hundert Menschen richtig finden gegen die AFD zu demonstrieren.

***********************************

Eine Stellungnahme vom Arbeitskreis Antirassismus unterstützt vom Antirassistischen Netzwerk Sachsen-Anhalt zu dem Diskurs rund um die Ereignisse am 12.1.2017 in der Otto-von Guericke Universität Magdeburg!

An die Abgeordneten des Landtags Sachsen-Anhalt!

Die Partei „Alternative für Deutschland“ hatte angekündigt, die Proteste gegen die Veranstaltung der „Campus Alternative“ am 12.1.2017 zum Thema „Gendermainstreaming“ im Landtag skandalisieren zu wollen. Es ist davon auszugehen, dass sie damit ihren Kurs fortsetzen wird, der vor allem darin besteht, die Protestierenden zu diffamieren, eigene Verantwortlichkeiten und Kausalketten zu verschweigen, sich selbst als „Opfer linker Angriffe“ zu stilisieren und gleichzeitig rigide Repressionsmaßnahmen aufzufahren. In seltsam anmutender Eintracht mit Politikern anderer Parteien und der medialen Berichterstattung konnte die AfD nach dem 12.1. eine Diskursverschiebung durchsetzen, die trotz zahlreicher Stellungnahmen von Beteiligten, studentischem Gremien und Lehrenden der Universität Magdeburg einseitig geblieben ist. Mit diesem Text werden wir Stimmen für sie hörbar machen, die in den letzten Wochen übergangen und diffamiert wurden. Wir, als Antirassistisches Netzwerk Sachsen-Anhalt, sprechen nicht als Stellvertretung der Protestierenden. Vielmehr werden wir ihnen, in ihrer Funktion als Abgeordnete des Landtages, die Widersprüche und die daraus resultierenden Konsequenzen dieser Diskursverschiebung aufzeigen.

Die ganze Stellungnahme lesen

Film vom 12.01.2016

[Halle] Demo für die gleichen Rechte für Geflüchtete

04.02.2017 / Halle/Saale / Demo für die gleichen Rechte für Geflüchtete
12 Uhr, Treffpunkt Riebeckplatz

Flyer auf dt/eng/frz / Arabisch/Paschto/Dari

Wir wollen uns integrieren! Ein System der Ausgrenzung? Nein danke!

Wir sind alle gleich! Wir sind nicht nur da, um Sozialhilfe zu empfangen. Wir brauchen eine Arbeitserlaubnis und fairen Zugang zur Arbeit. Rassismus und Diskriminierung stehen der Integration entgegen. Behandelt alle Ausländer auf Basis der Gleichberechtigung! Wir sind nicht hier, um auf unsere Abschiebung zu warten.

JA ZU GLEICHEN CHANCEN
JA ZUM RECHT AUF ARBEIT
JA ZU EINER ECHTEN INTEGRATION
JA ZUM RECHT AUF BEWEGUNGSFREIHEIT UND
EIN BLEIBERECHT FÜR ALLE

Wir sind eine Gruppe von Geflüchteten und MigrantInnen, die für die gleichen Rechte für alle kämpfen!

Einen Neuanfang ermöglichen – Spendenaufruf für Familie K

Initiiert von Medinetz Halle/Saale e.V., unterstützt von no lager halle, Januar 2017

Radio Corax hat ein Interview mit der Mutter der Familie geführt, in der sie ausführlicher ihre Situation schildert. Das Interview kann HIER angehört werden. Das Interview ist auf Englisch.

Spendenaufruf als pdf lesen

Liebe Medinetze, Liebe Medibüros, Liebe UnterstützerInnen, Liebe Freunde und Freundinnen,

Seit September 2016 unterstützen wir eine dreiköpfige Familie, bestehend aus der Mutter und zwei jugendlichen Töchtern aus Serbien, die sich neben der Sorge um die mehrfach, schwer erkrankte Mutter mit einem Leben am Rande der Illegalität zurecht finden muss. Die letzten Monate haben eine intensive Begleitung mit sich geführt, die bei allen Beteiligten auch emotional nicht ohne Spuren blieb. Vor allem ging diese Zeit an die Substanz der drei Frauen bzw. Jugendlichen. Die Aussicht auf ein positives Asylverfahren bzw. eine Duldung ist nach einer ersten Abschiebung und ihrer Rückkehr nach Deutschland sehr gering. So waren die letzten Monate der Familie vorallem von großer Unsicherheit, Ängsten und finanzieller Abhängigkeit geprägt.
Die Familie hält nun die „Gefangenschaft“ in der Illegalität und deren Folgen nicht mehr aus. Frau K kann nicht arbeiten, die Töchter können nicht zur Schule gehen. Ihr Tag besteht aus Abwarten und dem guten Willen Dritter. Mittlerweile hat sich die Familie dazu entschieden, nach Serbien zurückzugehen, um dort einen Neuanfang zu versuchen. Allerdings steht die Familie dort vor dem Nichts. Sie müssen von Null anfangen.
Wir wollen sie bei ihrer Rückkehr unterstützen. Dazu wollen wir ihnen ein Startkapital für Nahrung, Unterkunft und vor allem für die Schule der Töchter, sowie die medikamentöse Versorgung der Mutter mitgeben. Unser Ideal wäre, ihnen 5000 Euro mitgeben zu können. Das ist eine beträchtliche Summe an Geld und in dem Fall handelt es sich auch nicht um eine „klassische“ Kostenübernahme von z.B.: einer Ultraschalluntersuchung, was uns natürlich bewusst ist. Trotzdem wollen wir euch fragen, ob ihr uns und vor allem die Familie mit einer Spende unterstützen könnt und wollt?

Wir freuen uns über jede Spende, positive Rückmeldungen oder über jeden Rat!

Solidarische Grüße
Euer Medinetz Halle/ Saale e.V.

Spendenkonto:

Empfänger: Verein zur Förderung antirassistischer Arbeit in Sachsen-Anhalt n.e.V.
IBAN: DE76 8005 3762 1894 0553 02
BIC: NOLADE21HAL
Verwendungszweck: Familie K

Der Verein kann keine Spendenquittungen ausstellen.

Zwei Geflüchtete aus Merseburg mit Mini-Charter nach Mali abgeschoben

Am Freitag den 6. Januar 2017 wurden Amadou Ba und Mamadou Drame mit einem Mini-Charter nach Bamako, Mali abgeschoben. An Bord 2 Piloten, drei Polizisten und die beiden Abgeschobenen.

Beide Männer lebten in Merseburg, Amadou Ba seit über 12 Jahren. Kurz vor seiner Abschiebung erhielt er endlich eine Arbeitserlaubnis, fand Arbeit und bekam einen festen Arbeitsvertrag. Amadou Ba sollte bereits am 27. Oktober 2016 von Deutschland über Paris nach Mali abgeschoben werden. Doch die Abschiebung scheiterte, wie auch in einem Video dokumentiert ist. Ein zweites Video zeigt, wie Amadou Ba auf dem Rollfeld in Paris abgeführt wird, auch in dieser Szene rufen Passagiere empört, dass sich Gewalt in Frankreich verbiete. Daraufhin verbracht Amadou Ba bis zu seiner endgültigen Abschiebung mehrere Wochen in Frankfurt am Main und Büren in Abschiebehaft.

Auch die Abschiebung von Mamadou Drame ging von der Ausländerbehörde in Merseburg (Ausländeramt Landkreis Saalekreis) aus, auch er wurde erst nach Büren in Abschiebehaft gebracht. Auch seine erste Abschiebung konnte wegen starker Proteste im Flugzeug nicht vollzogen werden.

Angekündigt war die letzte Abschiebung der beiden Malier ursprünglich für den 7.2.2017. Am Vorabend des 6.1.2017 hat Amadou Ba dann einen Zettel von den Knastmitarbeitern bekommen, dass er am Folgetag (Freitag) von Düsseldorf in einem Mini-Charter zusammen mit einem weiteren Malier abgeschoben werden soll. Trotz zahlreicher Bemühungen und Protesten von Familie und UnterstützerInnen konnte die gewaltsame „Rückführung“ der beiden nicht verhindert werden. Afrique-Europe-Interact schreibt dazu: „Die deutsche Bundesregierung will mit aller Gewalt zeigen, was es heißt, wenn Angela Merkel davon spricht, dass Abschiebungen zu einer nationalen Kraftanstrengung erhoben werden müssten.“

Doch das Vorgehen der deutschen Behörden bleibt in Mali nicht unbemerkt. Bei ihrer Ankunft in Bamako erwarteten bereits Journalisten die beiden Abgeschobenen. es gab eine Pressekonferez und Proteste: »Die malische Gesellschaft ist aufgeschreckt« Zwei Männer wurden nach Bamako per Minicharter-Flugzeug abgeschoben .

Ausserdem eine kurze Stellungnahme von Ulla Jelpke, LinksparteiDeutschland schiebt Flüchtlinge in den Krieg nach Mali ab

Bisher größte Gedenkdemo für Oury Jalloh

Oury Jalloh Gedenken 2017: Mehr als 1000 Menschen gegen tödliche Polizeigewalt und Staatsrassismus in Dessau’s Straßen

12 Jahre sind vergangen, seitdem Oury Jalloh an Händen und Füßen gefesselt in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte. Zu seinem Todestag fand in diesem Jahr die bisher größte Gedenkdemonstration in Dessau-Roßlau statt.
Die Oury Jalloh-Bewegung dankt allen Beteiligten aus ganzem Herzen für die überaus kraftvolle Manifestation am 7. Januar 2017 in Dessau gegen das #Verbrennen #Vertuschen #Verschleppen und #Verfolgen – das war ein sehr, sehr inspirierender und kraftspendender Auftakt dieses Jahres in unserem gemeinsamen Kampf gegen staatlich geförderte und juristisch gedeckelte Morde an unseren Schwestern und Brüdern!

Nachwort der Initiative lesen
Bilder der Demo anschauen
Presse: Migazin / TAZ / MZ / ND

Oury Jalloh -Kein Einzelfall! Auf zur Demo am 7.1.2017 in Dessau

07.01.2017 / Dessau / Demo in Gedenken an Oury Jalloh
14 Uhr / Hauptbahnhof Dessau

OURY JALLOH: #Kein Einzelfall!
DAS WAR MORD! – #Keine Einzeltäter!

Mehr Infos

WARNING DEPORTATION HEARING FOR BENIN IN HALLE 20.12.2016

Auditions de déportation aves une délégation du BENIN 20.11.2016 a “ Hotel Maritim“ Halle/Saale

Le 20.12..2016 une “délégation officielle” de Benin vient à l’“Hotel Maritim” camp de réfugié(e)s à Halle/Saale pour identifier les réfugié(e)s qui sont sans passeport. Ils veulent les donner des documents de voyage (“laissez-passer”) pour les déporter sans passeport. Ça, c’est possible en raison des coopérations d’Allemagne/ d’Europe avec des autres pays.

S‘il vous plaît, informez aussi à vos ami(e)s qui pourraient être affecté(e)s!

plus infos_francaise

Deportationhearing with a delegation from BENIN at 20.12.2016 at „Hotel Maritim“ in Halle/Saale

At the 20.12.2016 a“official delegation” from Benin is coming to „Hotel Maritim“ refugee camp in Halle/Saale to identify refugees without passport. Their aim is giving out travel documents (“laissez-passer”) to deport them to the respective countries without having a passport. Such deportations are possible due to respective cooperations with Germany/ Europe and other countries.

Please inform your friends who probably could also be affected !

more infos_english

Abschiebeanhörung mit Delegation aus BENIN am 20.12.2016 im „Hotel Maritim“ in Halle/Saale

Am 20.12.2016 kommt eine “offizielle Delegation” aus Benin zur Erstaufnahmestelle für Geflüchtete “Maritim Halle” um dort Geflüchtete ohne Reisepass zu identifizieren. Ihr Ziel ist es, den Geflüchteten Reisedokumente (“laissez-passer”) auszustellen um sie ohne Pass in die jeweiligen Länder abschieben zu können. Solche Anhörungen sind aufgrund von Kooperationen zwischen Deutschland/ Europa und anderen Ländern möglich.

Bitte informiere deine FreundInnen, welche möglicherweise auch davon betroffen sein könnten!

mehr Info_deutsch

WARNING! MASS-DEPORTATIONS! 07.12.2016 and 08.12.2016

TO ALBANIA , SERBIA AND KOSOVO!

07.12.: Leipzig->Tirana->Pristina
08.12.: Leipzig->Tirana->Belgrad

In the nights from the 6th to the 7th and 7th to the 8th December collective deportations departing from Saxony ans Saxony Anhalt could take place. The fligths will depart at Flughafen Leipzig-Halle and arrive at Tirana, Albania and Pristina, Kosovo on the 7th. Tirana, Albania and Belgrade, Serbia on the 8th. Concerned are the so-called “Safe Coutries of Origin” of the Western Balkans. Warning: Individual deportations might take place the following day too. Please forward these date to people affected in Saxony, Thuringia, Saxony-Anhalt and Brandenburg. Generally, these dates are accurate. Changes might occur, even shortly before the collective deportation.

In der Nacht vom 06. auf den 07. Dezember und 07. auf 08. Dezember können Sammelabschiebungen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt stattfinden. Der Flug geht vom Flughafen Leipzig-Halle, Ziel ist Tirana, Albanien und Pristina, Kosovo am 07. Dezember, Tirana, Albanien und Belgrad, Serbien am 08. Dezember. Betroffen sind die sogenannten “Sicheren Herkunftsstaaten” des Westbalkan. Achtung: Einzelabschiebungen sind auch am folgenden Tag möglich! Inhaftnahmen auch wenige Tage vor der geplanten Abschiebung. Bitte die Termine an alle Betroffene in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg weitergeben. In der Regel treffen die Termine zu! Änderungen sind unmittelbar vor einer Sammelabschiebung aber möglich.

KOMMENTAR von No Lager Halle

zum Artikel „Immer weniger Flüchtlinge: Asylheime auf dem Abstellgleis“ von Stefan Schröter vom 25.08.2016 in der Mitteldeutschen Zeitung


Flur im Lager Marke

Kommentar als pdf lesen

Dieser Kommentar bezieht sich auf den oben genannten Artikel im Zuge der geplanten Schließung der „Asylheime“ in Marke und Friedersdorf. Vor allem fällt die Stellungnahme der stellvertretenden „Asylheim-Leiterin“ ins Auge. Ihr zufolge heißt es in dem Artikel: „Viele Heimbewohner möchten gar nicht in eine einzelne Wohnungen, sondern in der Gemeinschaft leben“.
Die Gruppe no lager Halle, welche als Teil des Antirassistischen Netzwerks Sachsen-Anhalts in langjährigem Kontakt zu Geflüchteten im Bundesland steht, hat die tatsächlich Betroffenen, die im Artikel nicht zur Sprache kommen, selber zu ihrer Situation und Sichtweise befragt. Die BewohnerInnen in der sogenannten „Gemeinschaftsunterkunft“ am Ortsausgang Marke sind schockiert über eine derartige Aussage.

Das Haus verfällt augenscheinlich. Küchen- und Sanitärräume sowie –gegenstände sind defekt und es wird sich nicht um deren Reparatur und Instandhaltung gekümmert. Nicht das marode Haus, sondern die Menschen stehen auf dem Abstellgleis.
Teilweise seit über zehn Jahren leben sie ohne soziale Anbindung in dem Lager in Marke. Ausgehzeiten werden streng kontrolliert und auch BesucherInnen haben stark eingeschränkten Zutritt. Unsere Erfahrung als Gruppe zeigt, dass es sich bei dem Sicherheitspersonal um aggressive, übermächtige Personen handelt, welche nicht mit anderen Menschen umgehen können. So werden willkürliche und stark voneinander abweichende Aussagen zu Besuchszeiten gemacht, die aushängende Hausordnung grob missachtet, Drohungen ausgesprochen und selbst vor Handgreiflichkeiten schreckt das Sicherheitspersonal nicht zurück, trotz des Versuches, friedlich mit ihnen zu kommunizieren.
Dabei sollte es das Recht einer jeden Person sein, BesucherInnen zu empfangen und so die Isolation in diesem Lager zu mildern. Uns fällt auf, wie die Gespräche zwischen Sicherheitspersonal und Geflüchteten von rassistischen Ressentiments durchzogen sind. Knappe Anweisungen, herrschaftliches Benehmen sowie Tätlichkeiten gegenüber de BewohnerInnen sind allgegenwärtig.So werden die Menschen einfach angefasst, rumkommandiert und ihnen wird die Tür zugesperrt, wenn es nach Ansicht des Personals sein muss. Das Sicherheitspersonal verschafft sich ohne Begründung Zugang in die Zimmer, in denen bis zu fünf Personen auf engstem Raum leben müssen. Der Bruchteil einer Privatsphäre wird auf diese Weise untergraben. Soll das ein „Betreuungskonzept“ sein?
Elektronische persönliche Artikel wurden ohne nähere oder mit fragwürdiger Erklärung einkassiert. „Zugang zu dem größeren Raum haben wir auch nur, wenn wir am Eingang nach dem Schlüssel bitten“, sagt eine geflüchtete Person. Uns ist es unerklärlich, wie jemand hier von „Gemeinschaft“ sprechen kann, wie es die „Asylheim-Leiterin“ im Artikel tut. Menschen werden wahllos zusammengepfercht, teilen sich kleinste Räume und ein unhygienisches WC. Kinder und Frauen haben nachts Angst, durch die verlassenen Gänge die allgemein zugänglichen Räume aufzusuchen. Automatisches Licht in den kalten Fluren erlischt binnen weniger Minuten. Der als „Gemeinschaftsraum“ deklarierte Raum ist immer abgeschlossen und nur unter erschwerten Bedingungen zugänglich. Menschen verzweifeln angesichts der Isolation und asylrechtlichen Mauer, geben auf und treten selbst nach über 10 Jahren die Rückreise in das Herkunftsland an mit freundlicher Unterstützung der zermürbenden Ausländerbehörde.
(mehr…)